Halbzeit in der #50bookschallenge: (m)ein Zwischenfazit und ein paar Leseempfehlungen für die Ferien

Schafft man es, 50 Bücher in einem Jahr zu lesen? Darum geht es bei der #50bookschallenge – (m)ein Zwischenfazit und ein paar Leseempfehlungen für Euch.

Anfang Januar bin ich in einem Blogpost über die #50bookschallenge gestolpert.
„Klar schaffe ich das“ , das war mein erster Gedanke. „Äääh, schaffe ich das wirklich?“ dann aber ganz schnell der zweite. Im Schnitt sind das immerhin 4 Bücher pro Monat, oder aber auch eins pro Woche. Schon sportlich und im Urlaub überhaupt kein Problem – aber geht das auch übers ganze Jahr gerechnet?

#50bookschallenge oder schafft man es wirklich, 50 Bücher in einem Jahr zu lesen?

Eigentlich brauche ich zum Lesen gar keine Anreiz, dachte ich immer. Nur die richtigen Bücher, denn ich habe schon als Kind wahnsinnig gern und viel gelesen, Bücher nur so verschlungen und war Stammgast in der örtlichen Bücherei.
Und trotzdem fehlt mir jetzt manchmal die Motivation: grade wenn die Tage vollgepackt sind, und abends das Handy doch plötzlich attraktiver ist. Einmal kurz durch Instagram und Pinterest gescrollt, und schwupp sind wieder die 2 Stunden um, die man eigentlich gern dem Stapel auf dem Nachttisch gewidmet hätte.

Aber Herausforderungen sind dazu da, angenommen zu werden. Mein Ehrgeiz war geweckt, und die kleine Chronistin in mir ebenfalls: am Ende des Jahres einen Überblick darüber zu haben, WAS ich denn wirklich alles gelesen habe, erschien mir extrem reizvoll.

Geht Euch das auch so? Ihr habt ein Buch verschlungen, aber genauso schnell ist es aber auch wieder aus dem Kopf verschwunden? Bei mir sind es tatsächlich nur einige wenige Bücher, die mich so nachhaltig beeindrucken, dass sie noch Monate in mir nachwirken und arbeiten.

Wer jetzt nachzählt, stellt schnell fest: das sind ja gar keine 25 Bücher. Stimmt. Aber ich habe tatsächlich ein oder zwei aktuell verliehen, im Regal vergessen und darüber hinaus auch Einiges auf dem Reader gelesen. Wen es interessiert: In meinen Monatsrückblicken hier, hier oder hier gibt’s auch jeweils ein kleines Update zur #50bookschallenge.

“Books are the plane, and the train, and the road. They are the destination, and the journey. They are home.”

Anna Quindlen, How reading Changed my Life

Habt Ihr Lust mich auf meiner ganz persönlichen Lesereisezu begleiten? Dann los – im Folgenden gibt’s einen kleinen Ausschnitt meiner Lieblingsbücher aus dem ersten Halbjahr.

Sharing is caring: meine Lesetipps aus der #50bookschallenge

Teilen ist toll, und deswegen sollt Ihr natürlich auch teilhaben an meinem bisherigen Leseglück 2020.
Im Folgenden stelle ich Euch kurz DIE Bücher vor, die mich am meisten fasziniert, beeindruckt, und/oder beschäftigt haben (was im Umkehrschluß natürlich nicht heißt, dass alle anderen automatisch schlecht waren). Wer noch auf der Suche nach geeigneter Ferienlektüre ist, sollte jetzt also unbedingt weiterlesen.

Bücher für Strand und mee(h)R: Urlaubslektüre für die Strandtasche

Manchmal darf es gerne etwas Leichtes sein. Bücher, die sich locker-flockig auch bei 30 Grad im Schatten, so weglesen lassen, die man gar nicht mehr aus der Hand legen mag, weil man unbedingt wissen will muss, wie sie weitergehen. Wo man so eintaucht in die Geschichte, und fast traurig ist, wenn sie aufhört. Meine liebsten Bücher für Strand, den Liegestuhl oder die heimische Terrasse:

„City of Girls“ von Elizabeth Gilbert

Ein Buch wie ein Feuerwerk. Wie schon in „Eat, Pray, Love“ versteht es Elizabeth Gilbert aufs Vortrefflichste, durch die Kraft Ihrer Worte Emotionen und Stimmungen aus dem Boden zu stampfen, einen hineinzuwerfen in die Story und ein wenig atemlos zurückzulassen.
Der Plot ist simpel: Mädchen aus der amerikanischen Provinz trifft auf das schillernde, vibrierende New York der 40er Jahre. Wird hineingezogen in den Strudel der Großstadt, ins Milieu der boomenden Theaterwelt, strauchelt, aber kommt wieder auf die Beine und reift heran zu einer faszinierenden Persönlichkeit. Die Geschichte eines intensiven Lebens aus der Sicht der Ich-Erzählerin Vivian, geprägt von Freundschaft, Solidarität und starken Frauen. Um im Jargon zu bleiben: großes Erzählkino!

„Frauen am See“ von Dora Heldt

Auch wenn ich sonst kein großer Dora Heldt – Fan bin, dieses Buch liest sich wirklich gut: Die Geschichte von 4 Freundinnen, die das Leben an unterschiedliche Orte gespült, alle irgendwie in ihrem eigenen Schicksal gefesselt aber trotzdem durch ihre gemeinsame Vergangenheit fester aneinander gebunden sind, als sie es sich selber eingestehen mögen.

„Dreh Dich nicht um, der Kommissar geht um..“: meine Krimiempfehlungen oder auch in der Bretagne wird gemordet

Ich liebe Thriller & Krimis, am allerliebsten Krimireihen, in denen man spätestens nach dem zweiten Band mit dem schrulligen Kommissar per Du ist. Weiß, wie und wo er am Liebsten seinen Morgenkaffee trinkt und warum die Beziehung zur Exfrau so schwierig ist. Diesem Muster bin ich auch 2020 treu geblieben, allerdings habe ich mich geografisch ein bisschen weiter nach Süden verlagert. Genauer gesagt von Skandinavien bis in die Bretagne. Meine Krimibegleitung 2020 heißt Kommissar Dupin, seines Zeichens Kommissar und aus der schillernden Hauptstadt Paris zwangsversetzt ans sogenannte Ende der Welt. Bereits zwei Fälle haben wir gemeinsam gelöst und ich bin mir sicher, es kommen noch ein paar hinzu.

„Bretonisch mit Meerblick“ von Gabriela Kasperski

Auch auf dieses Buch hab‘ ich mich sehr gefreut. Ich habe es als Rezensionsexemplar erhalten, und gehofft, dass es mich einstimmen möge auf unseren diesjährigen Trip nach Frankreich. Der ist zwar ausgefallen, das Buch hab‘ ich aber trotzdem sehr gerne gelesen.
Bretonisch mit Meerblick“ aus dem emons-Verlag ist eine Geschichte mit viel Lokalkolorit, und so quirlig wie der Strandort, in dem sie spielt. Die Protagonistin Tereza Berger, 40-something und frisch geschieden erbt ein Haus in der Bretagne, das sich trotz verheißungsvoll klingenden Namens als neobretonische Bruchbude entpuppt. Kaum angekommen, ereignet sich Mordfall Nr. 3 in einer Serie an Morden, und Tereza gelangt ungewollt zwischen die Fronten und ins Visier eines unfreundlichen Kommissars. In der Folge entspinnt sich eine ebenso rasante wie humorvolle Story mit vielen widersprüchlichen Ereignissen, ungeahnten Wendungen, Intrigen und schnellen Dialogen.

Nichts für Fans von „harten“ Kriminalgeschichten, aber ein solider Wohlfühlkrimi vor der atemberaubenden Kulisse der bretonischen Küste, der in der Strandtasche sehr gut aufgehoben ist. Ich freue mich jedenfalls auf den Folgeband, und darauf zu erfahren, wie es mit Tereza weitergeht, und was ihrem Traum vom Leben in der Bretagne als Nächstes in die Quere kommt.
Und noch ein Hinweis: Bitte lest KEINE Bretagne-Krimis, wenn Ihr hungrig seid. Ihr lauft Gefahr, zur Diva zu werden…Epische Beschreibung der köstlichsten Dinge, die in der Bretagne auf den Tisch kommen, scheinen hier systeminhärent zu sein und zum guten Ton zu gehören.
Und falls doch, hab‘ ich grade gesehen, dass es aus der Dupin-Serie auch ein Kochbuch gibt. DAS kommt definitiv auf meine Liste!

Reiseempfehlungen & Travelbooks

Zumindest im ersten Halbjahr 2020 war Reisen ja etwas, was hauptsächlich im Kopf stattfand. Staycation statt Vacation lautete die Devise. Was mich aber mitnichten davon abhält, mich nicht trotzdem in Reiseführern oder Coffeetablebooks mit schönen Bildern aus der großen weiten Welt zu verlieren.
Hier möchte ich Euch heute aber eine großartige Entdeckung vorstellen, die uns im Frühjahr mit unzähligen brauchbaren Tipps für Ausflüge in die Umgebung versorgt hat, nämlich die WOCHENENDER -Reihe:

Reiseführer Norddeutschland aus dem WOCHENENDER-Verlag

Und es auch immer noch tut, by the way. Ihr seht die ganzen Post-its? Ungefähr so viele blinde Flecken gibt es nämlich immer noch auf meiner Landkarte, grade was die Gegend rund um Hamburg angeht. Wir arbeiten also weiter fleißig daran, diese nach und nach verschwinden zu lassen.
Und auch wenn ich schon hundert mal an dem Abzweiger vorbeigefahren bin: ohne den kleinen Reminder der Weekender hätte ich diesen entzückenden kleinen Strandhäuschen in Hohwacht (hier geht’s zu unserem Ausflug nach Hohwacht) wahrscheinlich NIE einen Besuch abgestattet.

Non-Fiction / Bücher zum Nachdenken

An die Kategorie „Non-Fiction“ taste ich mich tatsächlich grade ein wenig ran. Zwar hab‘ ich schon immer gerne Biografien gelesen, mit allem anderen hab‘ ich mich aber immer eher schwer getan. Zu theoretisch, zu trocken, zumindest für meinen Geschmack. In diesem Jahr haben sich zumindest ein paar Bücher dazwischen geschummelt. Fasziniert war ich von „Im Grunde gut“ von Rutger Bregmann.

Katastrophen bringen das Beste und das Schlechteste im Menschen hervor.

Dieser Satz ist grade zu Beginn der Corona-Pandemie sehr häufig gefallen. Bregmann wählt einen etwas anderen Ansatz und stellt die These auf, dass der Mensch EIGENTLICH (da ist es wieder – mein Lieblingswort!!!) gut ist. Seine Thesen untermauert der studierte Historiker und Journalist sehr anschaulich und mit vielen Beispielen aus Geschichte, Naturwissenschaft und Psychologie.
Ein Buch, dass trotz aller Katastrophen um uns herum positiv stimmt und Hoffnung macht, dass eine bessere Welt (und damit auch ein besserer Mensch) nicht unmöglich ist.

Außerdem natürlich Pflichtlektüre im Juni 2020: „Exit Racism“ von Tupoka Odette. Ich hab’s als Hörbuch gehört, einige Teile davon sogar mehrmals, weil sie mich ECHT betroffen gemacht haben. Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und einen förmlich dazu zwingt, sich mit dem Thema Rassismus nochmal völlig neu auseinanderzusetzen. Hier habe ich Euch schon mal ein paar Gedanken zu dem Thema dagelassen.

#50bookschallenge: Exit Racism von Tupoka Ogette

Belletristik / was fürs Herz

Die Bagagevon Monika Helfer

Eine Geschichte wie aus einer anderen Welt. Über eine Familie, die im Österreich der Jahrhundertwende im wahrsten Sinne des Wortes am Rande eines kleinen Dorfes und damit auch am Rande der Gesellschaft lebt. Mich hat sie sehr berührt, zum Einen weil es sich hierbei um die Familiengeschichte der Autorin handelt, zum Anderen weil das Thema Ausgrenzung und das sogenannte „Othering“ in unserem Alltag ja leider präsenter denn je sind.

#50bookschallenge: Die Bagage von Monika Helfer

„Offene See“ von Benjamin Myers

Und noch eine wunderschöne und sehr poetische Geschichte für die Seele.
Der junge Robert entstammt einer Bergarbeiterfamilie Nordenglands und sein Weg scheint vorgezeichnet. Sein eigentlicher Traum aber ist die Natur, die Weite und das offene Meer. Dorthin macht er sich Ende des zweiten Weltkrieges auf, alleine und zu Fuß, gedacht als eine kurze Auszeit, bevor auch ihn das Bergarbeiter-Schicksal ereilt. Kurz vorm Ziel begegnet er Dulcie, einer älteren alleinstehenden Frau mit in seinen Augen völlig unkonventionellen Ansichten dem Leben gegenüber. Er ist fasziniert und aus einer Tasse Tee wird ein längerer Aufenthalt, in dem sich dem Jungen völlig neue Horizonte eröffnen. Dulcies Lebensweisheit ermutigt ihn, sich mit seiner Zukunft aktiv auseinanderzusetzen, im Gegenzug hilft er der älteren Frau, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Wunderschöne Beschreibung zweier faszinierender Charaktere, die aneinander wachsen und sich gegenseitig stützen.
Eines der schönsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe und ganz ganz große Leseempfehlung!

#50bookschallenge: Offene See von Benjamin Myers

Last but not least, auch eine meiner liebsten Neuentdeckungen des Jahres: Sally Rooney. Sowohl „Gespräche unter Freunden“ als auch „Normal People“ sind tolle Bücher der jungen irischen Autorin, letzteres bei uns momentan nur in Englisch erhältlich. Die deutsche Übersetzung soll aber im August erscheinen.

#50bookschallenge: Sally Rooney ist meine Neuentdeckung des Jahres

Ich finde, da ist schon so Einiges zusammengekommen in den ersten 6 Monaten meiner #50bookschallenge. Und dadurch, dass der Stapel hier noch liegt, und ich brav Buch führe, wirkt tatsächlich auch das Eine oder Andere noch nach. Einige Bücher nehme ich tatsächlich auch ein zweites Mal in die Hand, blättere, oder schlage nochmal etwas nach.
Vielleicht ist ja auch für Euch der eine oder andere Tipp dabei, dann lasst es mich gerne wissen. Oder Ihr habt noch eine ultimative Leseempfehlung für mich?
Dann bitte auch gerne her damit, denn mindestens 25 Bücher hab‘ ich ja noch vor mir. Und auch, wenn hier schon Einiges bereit liegt, freue ich mich IMMER über Tipps und Empfehlungen.

In diesem Sinne, auf das Lesen, die Challenges und die nächsten 25 Bücher! Mittlerweile bin ich sehr zuversichtlich, dass ich die 50 auch tatsächlich vollmache. Zur Not und wenn’s grade vor Weihnachten vielleicht doch eng wird, schummele ich nochmal ein Hörbuch dazwischen, aber hey: Buch ist Buch. Am Ende des Jahres gibt’s für Euch dann auch die vollständige Liste meiner gelesenen Bücher. Wenn Ihr denn mögt.

So, das soll’s dann auch erstmal gewesen sein. Es wartet da nämlich noch ein kleiner Stapel Bücher auf mich …

Euch wünsche ich auch eine fantastischen (Lese-) Sommer 2020!

habt’s hübsch,

Eure Britta

P.S: Weil das Wetter heute bei uns im Norden Regen, Regen und nochmal Regen verspricht, werde ich es mir auch heute mit einem Buch auf dem Sofa so richtig gemütlich machen. Herrlich! Und für noch mehr #Sonntagsglück verlinke ich diesen Beitrag auch schnell bei Soulsister meets friends, und bin gespant, was Euch heute glücklich macht!

2 Kommentare bei „Halbzeit in der #50bookschallenge: (m)ein Zwischenfazit und ein paar Leseempfehlungen für die Ferien“

  1. Liebe Britta,
    wir habe ich deinen Post genossen – danke für die tollen Tipps!
    Ich lese dieses Jahr auch wieder viel mehr – aber 50 Bücher werde ich wohl nicht schaffen.
    Aber ein paar deiner Tipps sind auf die Einkaufsliste gewandert!
    Liebste Grüße von Martina

    1. Oh, das freut mich! Der Post ist eher so zufällig entstnade, als ich für mich selber und meinen Monatsrückblick kurz Bilanz gezogen habe. Aber toll, wenn ich Dich damit inspirieren konnte. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich die 50 tatsächlich schaffe, aber momentan es sieht ganz gut aus… und zumindest hab‘ ich auch schon wieder Einiges auf meiner Wunschliste! Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße, Britta

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