Wandern auf Mallorca: wunderschöne Küstenwanderung zur Cala Es Caló

Wandern auf Mallorca: Am Fuße der Sierra de Llevant geht es auf eine wunderschöne Küstenwanderung in die malerische Bucht von Es Caló.

Sommerurlaub 2020. Zumindest bei mir ist Reisen in diesem Jahr noch hauptsächlich etwas, das sich im Kopf abspielt. Und auch wenn sie mittlerweile wieder erlaubt sind, sind Flugreisen für mich momentan noch keine Option. Umso dankbarer bin ich aber über unsere kleine Auszeit auf Mallorca Anfang März, in der Zeitrechnung „vC“. Corona war zwar schon ein Thema und auch in Deutschland angekommen. Aber irgendwie trotzdem noch weit weg und dass eine Woche später die Welt quasi stillstehen sollte, war für uns und auch unsere mallorquinischen Freunde zu diesem Zeitpunkt UNDENBKBAR. Der Flughafen von Palma geschlossen? Neverever. Dachten wir zumindest. Rückblickend haben diese quasi „geschenkten“ Tage deshalb für mich auch nochmal eine ganz eine besondere Bedeutung.


Umso schöner, dass man Erinnerungen aber immer wieder hervorzaubern und so gedanklich auch jederzeit zurückreisen kann an Orte, die einem viel bedeuten. Und gegen mein Mallorca-Weh sortiere ich grade einmal ein paar Fotos, die ich sehr gerne mit Euch teilen möchte. Bestimmt gibt’s auch unter Euch einige Mallorca-Fans und der/die Eine oder Andere hat vielleicht sogar schon gebucht? Dann habe ich einen kleinen (Geheim-) Tipp für Euch:

Wandern im Norden Mallorcas: unberührte Natur und einsame Buchten

So sehr ich Palma und Umgebung mag, und auch die lieblichen, manchmal trubeligen Badebuchten im Süden – mein Herz schlägt doch ein kleines bisschen mehr für den Norden der Insel, wie ich wieder einmal gemerkt habe. Für die weiten Strände, den Küstenwanderweg, der jeden Tag aufs neue zu einem kleinen Strandspaziergang einlädt und für Son Serra de Marina, dieses wunderschöne und so herrlich unprätentiöse Fleckchen Mallorcas samt dahinterliegenden Naturschutzgebiet. Das Meer, das sich hier in der Bucht von Alcudia jeden Tag anders präsentiert. Von aufgewühlt, rau und stürmisch bis hinzu spiegelglatt und smooth ist alles dabei, und das Ganze immer eingerahmt von den markanten Felsen des Cap Formentor im Westen und der so ursprünglichen und wilden Sierra de Levant im Osten. Für mich der schönste Platz, um abzuschalten. Ein Herzensort und die perfekte Homebase, um Touren zu unternehmen und die geballte Schönheit der Insel abseits des Massentourismus zu erfassen.

Von Betlem ans „Ende der Welt“: Ausgangspunkt für eine wunderschöne Küstenwanderung auf Mallorca


Heute nehme ich Euch mit auf einen Spaziergang in die malerische Bucht Es Caló bei Betlem. Habt Ihr Lust?
Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist Betlem, ein kleiner, grade einmal 50 Einwohner zählender Ort im Norden Mallorcas. Am Fuße des Nationalparks Serra de Llevant geht es hier im Vergleich zum Rest der Insel eher ruhig und beschaulich zu. Hotels und sonstige Bespaßung sucht man vergeblich, lediglich ein paar Ferienhäuser und natürlich die grandiose Natur locken einige wenige Individualtouristen in die Gegend.
Kulturinteressierten dürfte vielleicht auch die Ermita de Betlem ein Begriff sein. Diese lässt sich übrigens auch in einer wunderbaren Wanderung erkunden.

Die Anfahrt erfolgt über die Ma-12 (Arta nach Can Picafort) und die Ausfahrt nach Colonia de San Pere. Dies lässt man aber links liegen und fährt an dem Abzweiger Colonia einfach weiter auf der Ma-3331. Vorbei an den für Mallorca so typischen flachen Steinmauern, blühenden Wiesen und gemütlich grasenden Schafen, bis die Straße in einem kleinen Schotterplatz endet und man gefühlt wirklich das „Ende der Welt“ erreicht hat.

Hier parken wir und marschieren los. Nach ca. 150 m geht es durch ein Tor und vorbei an einer kleinen Schautafel mit Infos über den „Parc Natural de la Península de Llevant„. Kurz dahinter teilt sich der Weg: links führt ein kleiner Abstecher in die Badebucht Cala na Clara, unser Weg zur Es Caló geht rechts weiter. Die Strecke an sich ist nicht sonderlich anspruchsvoll und wirklich für jeden gut zu schaffen. Etwas Zeit sollte man aber trotzdem einplanen, weil sich wirklich hinter jeder Ecke ein neuer fantastischer Ausblick offenbart, den es entweder zu genießen, fotografisch festzuhalten oder auch beides gilt.
Zur einen Seite immer das Meer, das je nach Lichteinfall in den schönsten Farben leuchtet, kleine Buchten, die zum Herunterkraxeln verführen und zur anderen Seite die atemberaubende Felswelt der Serra de Llevant. Wir bleiben jedenfalls mehr als einmal stehen, um den fantastischen Ausblick zu genießen und einfach nur die Stimmung, die Farben und Gerüche der Insel in uns aufzunehmen und zu konservieren.
Aber seht selbst:

Küstenwanderung im Norden Mallorcas: Blick auf die wunderschöne Bucht Es Caló bei Betlem
Küstenwanderung auf Mallorca: der Blick auf die malerische Bucht von Es Caló

Beeindruckende Kiefern und kleine Zwergpalmen säumen unseren Weg und weil wir in der absoluten Nebensaison unterwegs sind, haben wir diesen auch fast komplett für uns alleine. Lediglich drei vereinzelte Wanderer, ein Jogger und ein Pärchen, das seinen Hund ausführt begegnen uns unterwegs. Ach ja, und drei Ziegen, die sich aber als sehr kamerascheu erweisen und schneller verschwunden sind, als ich die Kamera zücken konnte. Wie schön ist bitte Wandern auf Mallorca?

Zielpunkt unserer Küstenwanderung im Norden Mallorcas: Die malerische Bucht „Es Caló

Je weiter wir uns der Bucht Es Caló nähern, desto flacher wird die Küste und geht langsam in ein sandiges Küstenplateau über.

Bizarre Felsformationen, sandige Klippen und die Überreste eines Miniatur-Leuchtturms prägen die Bucht. Das Wasser ist kristallklar, türkis und lädt geradezu ein zum Baden und/oder Schnorcheln – wenn es denn etwas wärmer wäre. Aber wir haben ja auch erst März. Dafür sind wir komplett alleine – und auch wenn es sich hier nicht um einen Touristen-Hotspot handelt, sieht das im Hochsommer hier bestimmt auch etwas anders aus.

Küstenwanderung bei Betlem/Mallorca: Blick aufs Cap Ferrutx

Von der Punta d’es Calo kann man noch hinabsteigen in eine weitere steinige Bucht, die Bucht Sa Platjiola. Hier am Rande des Naturschutzgebiets Cap Ferrutx ist dann aber wirklich Schluss. Hier endet der Weg und wir drehen schweren Herzens um. Komplett berauscht von dieser unfassbaren Schönheit und Weite hätten wir diese schöne Küstenwanderung im Norden Mallorcas noch Stunden fortsetzen können.

Und so beeindruckend es auch ist, auf den Klippen zu sitzen, die Kraft des Wassers zu spüren und den sich brechenden Wellen zuzuschauen: das angenagte Küstenplateau spricht Bände. Wind, Wellen und Wasser haben hier deutliche Spuren hinterlassen und die Insel verliert hier mit jedem Wintersturm den einen oder anderen Meter an das Mittelmeer.

Wir machen uns auf den Rückweg, natürlich nicht ohne einen letzten Blick zurück zu werfen, wo sich uns die Bucht nochmal im schönsten Abendlicht präsentiert:

die Bucht Es Caló im Abendlicht

Definitiv eine Einladung, wiederzukommen. Und das werden wir mit Sicherheit auch tun. Für heute müssen allerdings ein paar Fotos reichen.
Und falls es Euch nach Mallorca und vielleicht sogar in den Norden verschlägt, kann ich Euch diese Küstenwanderung nur wärmstens ans Herz legen. Mallorca hat nämlich so viel mehr zu bieten als seine schönen Strände, und Wandern ist einfach ein ganz wunderbarer, entschleunigter Weg, die Insel zu entdecken.
Hach, ich träume mich solange einfach noch ein bisschen zurück, und vielleicht nehme ich Euch die nächsten Tage auch nochmal mit auf eine weitere Wandertour.

bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Sommer und habt’s hübsch

Eure Britta

Hier noch ein paar Impressionen unserer Wanderung zur Cala Es Caló und falls Ihr jetzt Blut geleckt habt: Hier nehme ich Euch mit zum Cap Formentor und falls Ihr euch schon immer gefragt habt, wo die schöne Insel-Keramik herkommt, schaut gerne mal hier.

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