#Life in times of Corona: Wenn die Welt sich plötzlich langsamer dreht

#lifeintimesofCorona – der wohl meistgenutzte Hashtag der letzten Tage. Aber wie genau sieht dieses „life“ denn nun aus? Zuhausebleiben ist das Gebot der Stunde. Ich bin es ja gewohnt, viel alleine vor mich hin zu tüddeln, und muss glücklicherweise auch nicht nebenbei noch kleine Kinder bespaßen. Deswegen fällt mir die Umstellung vermutlich nicht ganz so schwer.
Aber trotzdem: das soziale Leben liegt natürlich auch hier bis auf Weiteres brach: kein Sport, Kino oder Theater, Cafés & Restaurants sind geschlossen und auch der Freundinnentrip nach Sylt am Wochenend erstmal auf Eis gelegt.
Dass das nun einfach mal so ist, ist klar und soll hier auch gar nicht Thema sein. Aber da wir die Situation eh nicht ändern können, sollten wir in meinen Augen schnellstmöglich anfangen, unser Mindset an die veränderten Gegebenheiten anpassen.

Was wäre, wenn wir statt uns zu beklagen, auch einfach mal den positiven Impact sehen, den eine solche Krise haben kann?

Bitte nicht falsch verstehen: Auch ich bin angesichts der überhaupt nicht einschätzbaren Situationen mehr als besorgt. Die Bilder im Fernsehen wie aus einem schlechten Apokalypse-Szenario. Das alles macht Angst, keine Frage. Und auch wenn Angst noch nie ein wirklich guter Berater war, sie ist da, sie ist real und man sollte sie auch zulassen dürfen. Und ganz wichtig: Jeder geht anders mit seinen Ängsten um, auch das sollte man respektieren.
Was ich aber ziemlich faszinierend finde, ist zu sehen, was diese creepy Situation mit unserer in letzter Zeit doch arg zerrissenen und strapazierten Gesellschaft macht:
So ist es doch ein positives Zeichen, dass in Krisen wie diesen die Menschen, das Bedürfnis verspüren, wieder enger zusammenzurücken. Jetzt ist die Stunde der guten Geister, findet plötzlich wieder Nachbarschaftshilfe statt & die Menschen kommen virtuell zusammen-trotz erzwungener räumlicher Distanz. Ich zB. habe lange nicht mehr so viel telefoniert wie in den letzten Tagen, Nachrichten ploppen auf und alle haben das Bedürfnis, sich auszutauschen und irgendwie füreinander da zu sein.

Aber auch unsere Umwelt freut sich: in den Kanälen Venedigs fliesst erstmals seit vielen Jahren wieder klares Wasser und die CO2-Emissionen sinken grad so stark wie nie zuvor.

Was aber bleibt: die momentane Situation ist eine Riesen-Herausforderung für uns alle: wirtschaftlich, gesellschaftlich & politisch und wir können nur dafür beten, dass wir gemeinsam dran wachsen und gestärkt daraus hervorgehen. Aber auch da bin ich hoffnungsvoll optimistisch. Ich möchte einfach daran glauben, dass unsere Gesellschaft stark genug ist und die erforderlichen Resilienzen entwickelt.

Was wäre, wenn wir versuchen, die erzwungene Entschleunigung für etwas Sinnvolles zu nutzen?

Ich bin eigentlich ein grundpositiver Mensch, und versuche jeder misslichen Lage doch noch etwas Gutes abzugewinnen.
Pragmatisch und lösungsorientiert ist die Richtschnur, die mich ganz bisher ganz gut durchs Leben gebracht hat. Und wenn ich eine Situation (wie jetzt) eben nicht lösen kann, versuche ich, meine Haltung dazu zu ändern und sie so für mich in etwas Positives umzuwandeln:

Mit den folgenden Tools möchte ich Euch helfen, das vielleicht auch hinzukriegen.
Und bestimmt habt Ihr auch Dinge, die Euch Freude machen und die trotz veränderter Rahmenbedingungen möglich sind. Konzentriert Euch auf die positiven Seiten unseres Lebens (wir leben hier trotz allen Einschränkungen nämlich immer noch verdammt privilegiert), bleibt neugierig und werdet kreativ!
Denn mal ehrlich-manchmal sind es wirklich nur kleine Stellschrauben, die Dinge plötzlich in ganz anderem Licht erscheinen lassen:

Hier meine gute-Laune Tools für Euch, um dem Lagerkoller entgegenzuwirken:

Strukturen schaffen: Für mich nichts Neues, ich finde es aber trotzdem wahnsinnig hilfreich, seinen Alltag zu strukturieren. Mein Tag startet in der Regel ja eh mit einer ausgiebigen Hunderunde (NACH dem Kaffee, versteht sich). Die darf jetzt gerne auch mal etwas länger ausfallen. Zusätzlich habe ich mir jetzt jeden Morgen noch eine kleine Sporteinheit verordnet – mein Fitnesscenter hat zum Glück superschnell reagiert und direkt am Wochenende viele Kurse online gestellt (danke liebes 4fun-TEam, ihr seid super!) Aber auch so findet Ihr im Netz viele tolle Sachen, mit denen man sich auch zuhause richtig auspowern kann. So regelmäßig habe ich sonst übrigens nicht Sport gemacht, und starte meinen Tag momentan tasächlich mit einer ganz anderen Energie.

-Die Welt im Außen dreht sich ja gefühlt grad‘ um Einiges langsamer. Dies sollten wir zumindest versuchen, in unseren ganz persönlichen Alltag zu übertragen. Warum nicht alltägliche Dinge einfach mal zelebrieren? Den Kaffee vielleicht nicht zwischen Tür und Angel trinken, sondern ihn bewusst geniessen? Ich bin da ja eh ein bisschen nerdig, und kann meinen Kaffee zum Beispiel nur aus einer „schönen“ Tasse trinken (jetzt wisst Ihr auch, warum ich eigentlich immer mit mindestens einem Kaffeebecher reise) Warum sich aber nicht mal mit Freunden oder Kollegen zu einer Art „virtuellen Kaffeepause“ verabreden?
Denn: Nie war es so wichtig, gemeinsam allein zu sein – so lautet sogar die Headline des heutigen Zeitmagazins.
Distant Socializing statt Social Distancing ist angesagt. Fangen wir also gleich damit an. Funktioniert übrigens auch prima mit einem abendlichen Vino, hab‘ ich mir sagen lassen 😉 und wir planen fürs Wochenende sogar eine virtuelle Party!

Gutes Essen: Leute, hört auf, Dosen-Fastfood zu horten! Tut Eurem Körper lieber was Gutes und versorgt ihn mit vernünftigen Sachen. Frisches Obst & Gemüse gibts auf dem Markt reichlich, enthält viele Vitamine und Ihr boostet damit nochmal so richtig Euer Immunsystem.
Sucht Euch schöne Rezepte raus, deckt den Tisch hübsch und esst mit Genuss!

Musik: Stellt Euch eine Playlist mit guter Laune-Musik zusammen, dreht sie auf und fangt an zu tanzen. Meinetwegen auch schon morgens.

Bewegung an der frischen Luft : Bewegung ist wichtig und frische Luft stärkt unser Immunsystem – natürlich aber auch das mit Obacht und Abstand von anderen Menschen. Nichts Neues, aber in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Mit der wissenschaftlichen Bedeutung des Vitamin G hat sich unter anderem das GEO-Magazin beschäftigt (und könnt Ihr hier nachlesen). Auch das ist für mich keine soooo große Umstellung, da ich durch den Hund eh viel draußen unterwegs bin. Und sich den Kopf einmal so richtig frei pusten zu lassen, tut gut und kann auch trübe Gedanken verscheuchen. Und wenn’s ganz blöd läuft-alleine im Wald kann man zur Not auch einfach mal Alles laut rausschreien, was einen nervt.

„A movement a day keeps the Corona away“ – das Zitat habe ich heute in einem Livestream gehört. Und auch wenn das so vielleicht nicht unbedingt wissenschaftlich erwiesen ist: es hilft uns auf jeden Fall, uns besser zu fühlen.

Ziele setzen und geschenkte Zeit nutzen: Und mal ehrlich jetzt, wer von Euch hat noch nie gesagt „DAS wollte ich schon immer mal machen?“. Solange die Dinge indoor stattfinden: Wann, wenn nicht jetzt? Ich habe von einem Freund gehört, der schon immer Musik machen wollte und sich jetzt ein Keyboard gekauft hat. Aber auch ohne großen finanzielle Aufwand geht’s: eine neue Sprache lernen, Socken stricken, Brot backen (Ok, mit Hefe ist grad schwierig, aber ich werde mich jetzt mal an einen Sauerteigansatz wagen) … einfach mal in sich hinein hören und die Zeit sinnvoll nutzen. Was ich zB. immer können wollte, ist meditieren. Und zwar so, dass es nicht nur optisch so aussieht (und in meinem Kopf weiter die todo-Listen des nächsten Tage weiterrattern) sondern so wirklich. Eine halbe Stunde pro Tag hab‘ ich mir jetzt dafür reserviert. Halte Euch gerne auf dem Laufenden oder teile Meditationen, wenn Ihr mögt.

Auf meinem Rechner warten darüber hinaus unzählige Fotos, die ich längst mal sortieren wollte, mein Vater archiviert seine Schallplattensammlung, das Kind macht Musik. Dann ist da der Bücherstapel auf dem Nachttisch oder ganz schnöde der Keller, der schon lange auf seine Ausmistung wartet: so hat sicherlich jeder irgendwas, das lange aufgeschoben wurde: Geht es an, the right time is now!

Vertrauen. Auch wenn’s schwer fällt: Trust in the big picture. Wenn sich das Gedankenkarussell trotz allem mal wieder zu schnell dreht, versuche ich mich daran zu klammern. Die Welt hat einen Plan für uns. Alles wird gut.

-jetzt schon Listen machen für die Zeit danach-mein allerschönstes Tool!
Jeder der mich kennt, weiß wie sehr ich Listen liebe: Und auch wenn wir noch überhaupt nicht abschätzen können, wann genau dieser Tag X ist:
er wird kommen, definitiv – also warum sich nicht jetzt schon drauf freuen?

Vielleicht könnt Ihr ja das eine oder andere in Euren Alltag übernehmen, und es hilft Euch ein wenig. Oder Ihr habt vielleicht noch ganz andere Tools, mit denen Ihr diese Extremsituation meistert.
Dann freue ich mich, wenn Ihr diese vielleicht in den Kommentaren teilt.

Ich wünsche uns allen aus tiefstem Herzen, dass wir diese crazy Zeit einigermaßen unbeschadet überstehen und gestärkt draus hervorgehen können!

Stay safe & stay healthy!

Eure Britta

7 Kommentare bei „#Life in times of Corona: Wenn die Welt sich plötzlich langsamer dreht“

  1. Liebe Britta,
    vielen Dank für die Einsicht in Deine Corona Bewältigung. A propos die Welt hat sich hier: https://www.welt.de/icon/service/article206674553/Mentale-Gesundheit-Wie-Sie-sich-jetzt-vor-Panik-und-Aengsten-schuetzen-koennen.html
    Gedanken über die Erhaltung der mentalen Gesundheit in Corona Zeiten gemacht.
    Berichtest Du über Dein Sauerteigprojekt? Sei vorsichtig, Sauerteigansatz schimmelt leicht, dann muss er weggeworfen und neu begonnen werden.
    Liebe Grüße
    Bee

    1. Hallo Bee, vielen Dank, den Artikel werd‘ ich mir gleich mal angucken. Ich find‘ es ja sehr spannend wieviele verschiedenen Ansätze es gibt, mit Krisen klarzukommen. Und wann wenn nicht jetzt ist die Zeit sich damit mal zu beschäftigen, oder?
      Also-als ob Du es geahnt hättest: den ersten Sauerteigansatz hab‘ ich grade weggeworfen. Roch nicht leicht säuerlich, sondern nach Nagellackentferner … werde es auf jeden Fall nochmal versuchen. Hast Du Tipps? Liebe zurück und bleib‘ gesund, Britta

      1. Hi Britta,
        leider ist der Hinweis auf Schimmel der einzige Tipp, den ich zu bieten habe. Nagellackentferner 🤨? Da Du diesen Geruch wahrnehmen konntest, hast Du auf keinen Fall Corona 😉. Schöne Gewissheit, nicht?
        Liebe Grüße,
        take care
        Bee

      2. Hi Britta,
        leider ist der Hinweis auf Schimmel der einzige Tipp, den ich zu bieten habe. Nagellackentferner 🤨? Da Du diesen Geruch wahrnehmen konntest, hast Du auf keinen Fall Corona 😉. Schöne Gewissheit, nicht?
        Liebe Grüße,
        take care
        Bee

  2. PS: Hefe kann man natürlich auch selbst herstellen. Guck mal hier : https://www.bunte.de/family/kochen-ernaehrung/rezepte/hefe-selber-machen-rezept-fuer-selbstgemachte-backhefe.html
    Im Netz gibt’s natürlich noch viel mehr.

    1. Ja, hab‘ auch schon so einige gesehen. Aber ich glaub‘ das lass‘ ich lieber. Stehe eh mit Hefeteig ein wenig glgauf Kriegsfuss und hab‘ letzte Woche sogar noch welche ergattert 🙂

  3. Hallo Britta,
    guck mal hier
    https://www.welt.de/food/essen/article186157456/Sauerteig-ansetzen-und-pflegen-So-gelingt-Brot-ohne-Hefe.html
    hat sich die Welt mit dem Thema „Sauerteig“ auseinandergesetzt.
    Gutes Gelingen,
    stay safe
    Bee

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