Alles auf schön: kleines „Kinderzimmer“-Makeover oder wie lange ist ein Kinderzimmer eigentlich ein Kinderzimmer?

Hach, lange nichts mehr passiert interiormäßig hier. Kennt Ihr das auch? Monatelang ist alles hübsch, so wie es ist und plötzlich kriegt man einen Rappel und würde am liebsten die komplette Bude einmal auf links drehen?
Geht mir zumindest immer so, aber statt loszulegen, verfalle ich dann gerne erstmal in eine Art Schockstarre und es passiert – genau – GAR NICHTS.
Umsomehr freue ich mich, dass hier nun endlich ein von mir langersehnte Interiorprojekt anstand.

An anderer Stelle hab‘ ich’s ja sicher schon mal erwähnt, aber nachdem Kind 1 nun schon seit fast drei Jahren nicht mehr zuhause wohnt, hat jetzt auch Kind 2 das elterliche Nest gegen eine eigene Studentenbude eingetauscht und wir gehören seit Oktober in die Kategorie „verwaiste Eltern“.
Das ist aber alles gut und auch richtig, genauso wie es ist, womit ich mich allerdings nie so richtig anfreunden konnte, waren die verwaisten und auseinandergefledderten Kinderzimmer.
Und genau so lange  treibt mich eigentlich schon die Frage um, ob ein Kinderzimmer eigentlich IMMER ein Kinderzimmer bleiben muss bzw. WANN genau der Moment ist, in dem man es ohne schlechtes Gewissen umwidmen darf.
Ich habe mal ein wenig im Freundeskreis recherchiert und es ist sehr lustig, wie krass die Meinungen hier auseinanderdriften: Das geht von „der Maler steht schon vor der Tür, kaum dass das Kind die Stadtgrenze passiert hat“, bis hin zum Festhalten an komplett eingerichteten Kinderzimmern inklusive abgenudelter Bibi & Tina-Kassetten im Regal und den verblichenen Justin Bieber-Postern an der Wand.
Ich würde sagen, wir haben uns bisher irgendwo dazwischen in so einer Art interiormäßigen Niemannsland bewegt: Nicht sehr ansehnlich und eigentlich auch für niemanden mehr wirklich befriedigend.
Ein Zimmer-Makeover musste her, und wir haben mit dem Raum angefangen, der eigentlich auch der Schönste im ganzen Obergeschoss ist (und außerdem den großen Vorteil hat, das es oben auf dem Dachboden noch über eine zweite Ebene in voller Dachbodenbreite verfügt, und das Kind somit Bett und ausreichend Platz für persönlichen Kram behält).

DAS ZIEL: ein altes „zerfleddertes“ Kinderzimmer mit möglichst wenig Aufwand in einen Ort der Zivilisation zurückzuverwandeln, sprich aus dem  „alten“ ein neues, vorzeigbares Zimmer zu schaffen, dass ich gerne betrete und in dem sich neben mir sowohl Kinder als auch potentielle Gäste wohl und wie zuhause fühlen.

Aber wie das so ist-bei uns braucht es dann ja immer etwas Zeit, um solche Projekte dann auch tatsächlich umzusetzen. Den letzten Anstoß hat letztendlich der glückliche Zufall gegeben, dass ich im letzten Jahr auf der Formland-Messe die ebenso talentierte wie bezaubernde  Holly Becker kennenlernen durfte.
Ihr Vortrag „Secrets from a Stylist““ hat mir dann nämlich nochmal so richtig Lust gemacht, das Projekt Zimmer-Umstyling endlich anzugehen und mir darüberhinaus auch wertvolle Tipps an die Hand gegeben.
Wie den zB, den Raum ersteinmal KOMPLETT leerzuräumen (Stichwort „weisse Leinwand“) und genau das habe ich getan. Byebye Billy-Regal, byebye großer Schreibtisch aka Ablagefläche für alles mögliche, byebye 743 Döschen, Kistchen und Schächtelchen- das war schon mal sehr befreiend und hat den großen Vorteil, dass nachher auch tatsächlich nur das wieder zurückwandert, was man wirklich behalten will.

Das Zimmer ist zwar ziemlich groß, aber möblierungstechnisch auch ein wenig tricky. Viele Schrägen, grosse Fenster, was gleichbedeutend ist mit wenig Stellfläche.

Und eine kleine Challenge für mich hab‘ ich natürlich auch miteingebaut: Ich wollte das Zimmer zwar NEU gestalten, ich wollte aber auf gar keinen Fall alles NEU kaufen.
Was von vornherein klar war – wir brauchen ein Bettsofa, denn wie gesagt, der Raum soll auch Gästezimmer fungieren und ich wollte gerne einen kleineren Arbeitsplatz mit einer weißen (Instamutti läßt grüßen!) Platte.
(Was insofern aber auch ganz gut passte , denn der alte, zu große Schreibtisch hat nun eine wunderbare Anschlußverwendung in einem der neuen Büros gefunden).

Entschieden haben wir uns schlussendlich für ein Sofa mit schwedischen Wurzeln. Das zum einen megagemütlich ist (dreimal dürft Ihr raten, wer sich zum Lesen jetzt hier immer hinlümmelt), und sich zum anderen auch supereasy in einen bzw. zwei  Schlafplatz/-plätze verwandeln lässt.
Da der Raum wunderbar hell ist und fast den ganzen Tag Sonne hat, durfte das Sofa ruhig etwas größer und der Bezug etwas dunkler ausfallen. So wirkt das Sofa wie eine kleine Chill-Insel mitten im Raum und ich finde, das DUNKELGRAU ist ein toller Kontrast zu Wänden und Boden.

Stauraum gibt’s eine ganze Menge in den Einbauschränken unter den Schrägen (irgendwo für müssen die ja auch gut sein), nur Platz zum Hängen fehlte. Ursprünglich stand hier mal eine Kleiderstange, die ist aber mit nach Magdeburg umgezogen und ich habe relativ schnell beschlossen, dass ich eine DIY Garderobe aus einem alten Ast viel schöner finde. Und auch etwas ist, was ich schon länger haben bzw. bauen wollte. Gesagt – getan: den passenden Ast gab’s auf der Hunderunde, den Tampen im Nähzimmer und die Nische ist wie gemacht für die Kleiderstange. Findet Ihr auch, oder?

DIY Kleiderstange aus einem Ast
DIY Kleiderstange

Außer Sofa und Schreibtischplatte sind dann tatsächlich fast nur Dinge ins neue Zimmer gezogen, die wir irgendwie schon hatten: so stammen Schreibtischstuhl und die kleine Kommode noch aus den alten Kinderzimmern:
Den Stuhl hat mein Vater vor Urzeiten mal aus einer alten Schule mitgebracht und vor unseren Kindern haben auch schon mein Bruder und ich unsere Schulaufgaben darauf erledigt, und die kleine Kommode stand kanarienvogelgelb lackiert in Lili’s allererstem Kinderzimmer. Lang ist’s her: für beide gab’s ein bisschen Liebe (und Farbe) und jetzt erstrahlen sie in einem freundlich hellen Anthrazit und passen perfekt zum Sofa.

Kuhfell und Lampe hatten wir früher mal im Wohnzimmer und auf der Suche nach einem passenden Regal bin ich tatsächlich bei Freunden in der Garage fündig geworden.

In die Bilder habe ich mich auf der letzten Messe spontan verliebt. Und deswegen habe ich mich auch riesig über das Angebot der Fa. Vissevasse gefreut, mir ein oder zwei Bilder aus der aktuellen Kollektion für unser Zuhause auszusuchen. Und ob ich wollte und auch die Motive waren schnell klar. Zum einen liebe ich Brücken – und diese zwei ganz besonders, da sie mich an viele schöne Touren durch Dänemark erinnern,  und zum anderen weil sie eben auch wichtige ‚landmarks‘ auf dem Weg nach Schweden verkörpern. Und damit für mich DER Inbegriff schlechthin sind für Urlaubsvorfreude und Schwedensehnsucht.

Aber Vissevasse macht nicht nur schöne Poster, sondern die Kollektion umfasst auch noch ganz viele andere tolle Papeterie-Artikel mit einem extrem hohen „Haben-Wollen-Faktor“.
Mit diesen schönen Notizbüchern, am neuen Schreibtisch und mit Blick ins Grüne macht das Arbeiten jedenfalls gleich doppelt so viel Spaß.

(Und sollte ich die Poster dann doch mal austauschen, kommt beim nächsten Mal -auf Wunsch einer einzelnen jungen Dame- der Bulli vom Notizbuch auch an die Wand. Denn das ist ja das Schöne an Postern und Bilderwänden, man ist flexibel und kann sie je nach Stimmung immer schnell verändern.)

ALLES AUF SCHÖN: unser „Projekt neues Zimmer“ ist damit erfolgreich abgeschlossen, was ja aber nicht bedeutet, dass sich hier jetzt nichts mehr verändert. Aber erstmal fühle ich mich jedenfalls pudelwohl und nutze es auch tatsächlich sehr gerne.
Aber  da war ja noch was- das fertige Resultat musste ja noch dem (wohlgemerkt äußerst kritischen-von wem sie das wohl hat?) Tochterkind präsentiert werden. Was mir etwas bevorstand, muss ich gestehen. Aber -und das kommt jetzt wirklich einem Ritterschlag gleich und hat mich riesig gefreut- sie fand es tatsächlich auch richtig richtig SCHÖN!
Projekt gelungen, würd‘ ich sagen und ich bin schon gespannt, wie Ihr’s findet.

Falls Ihr mich also sucht, ich lümmel‘ nochmal ’ne Runde auf dem neuen Sofa und erfreue mich an dem ganz neuen Wohngefühl. Hach…
Bis es mich dann das nächste Mal in den Fingern juckt. Mein Arbeitszimmer könnte nämlich auch dringend mal ein kleines Makeover vertragen; vielleicht fange ich auch einfach schon mal mit einem kleinen Moodboard an.
Aber jetzt erstmal Kaffee, denn draußen tobt allerfeinstes Aprilwetter und es schneeregnet, also die beste Gelegenheit, es sich drin nochmal so richtig muckelig zu machen.

Euch auch allen ein feines Wochenende,
habt’s hübsch & bis zum nächsten Mal,

Britta

6 Kommentare bei „Alles auf schön: kleines „Kinderzimmer“-Makeover oder wie lange ist ein Kinderzimmer eigentlich ein Kinderzimmer?“

  1. Ist sehr huebsch geworden! Woher kommt das Sofa? Bin nämlich gerade auf der Suche nach einem neuem Bettsofa fuer unsere Wohnung 🙂

    1. Danke! Das Sofa heißt Vallentuna, ist von Ikea und megagemütlich! Du bist jederzeit herzlich eingeladen zum Probeliegen 😉

  2. Da würde ich mich wohl auch gerne mit Buch oder IPad einmuckeln 🤩😃.
    Und den Stuhl haben wir witzigerweise auch. Schon seit Urzeiten in Familienbesitz stand er früher in der Funkbude meines Vaters, jetzt im Schlafzimmer zur Kleiderablage 😬 degradiert.

    1. ach, wie lustig. Und wir hatten ursprünglich mal zwei, aber wo der zweite abgeblieben ist, weiß ich gar nicht. Ich freue mich jetzt auf jeden Fall, dass ich ihn die letzten Jahre brav auf dem Dachboden aufbewahrt habe: Mag ihn da jetzt nämlich echt gerne 🙂

  3. Seeehr schön geworden und sehr inspirierend für mich…Habe ich doch bald wieder das dringend benötigte Zimmer und kann mich kaum halten, schon Möbel zu shoppen. Werde aber glaube ich auch den Tipp mit der weißen Leinwand beherzigen, es erstmal in Ruhe auf mich wirken lassen und dann nach und nach das für mich perfekte Zimmer einrichten.
    Du hast es sehr gut hinbekommen, finde ich 😊

    1. danke Dir! Der Tip ist wirklich genial, funktioniert auch bei Regalen und Schubladen etc. Ich neige sonst immer dazu, Sachen nur hin + herzuschieben und das ist dann meist nichts Halbes und nichts Ganzes! Wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel Spaß mit der neuen Wohnung, mich juckt’s ja auch schon wieder in den Fingern… 😉

Schreibe einen Kommentar