Lieblingshotels – „DAS KRANZBACH“ in Krün

„ich bau Dir ein Schloß, so wie im Märchen…“

Dieser Ohrwurm überfällt mich jedesmal just in dem Moment, in dem man sich  langsam die Mautstraße hochgeschlängelt hat und der Blick das erste Mald durch die beiden Torhäuser hindurch auf das Hotel selbst fällt.

(Und sollte mir tatsächlich mal jemand in echt ein Schloß bauen wollen, würde das Endergebnis dem Kranzbach wahrscheinlich ziemlich nahe kommen)

Unaufgeregt und fast ein wenig versteckt liegt es inmitten von Wäldern und lustigen Buckelwiesen in einem geschützten Tal- am Fuße der imposanten Bergkette des Karwendelgebirges. Mit seinen dicken Steinmauern und den Treppengiebeln mutet es fast an wie ein Schloß aus den schottischen Highlands und dies ist auch tatsächlich kein Zufall: gebaut wurde es nämlich vor über 100 Jahren im Auftrag  einer englischen Adligen namens Mary Isabel Portman, die einen Sommer in Garmisch verbracht, sich in die Landschaft verliebt hat und sich daraufhin auf den Kranzbachwiesen einen Sommersitz ähnlich eines englischen Landsitzes errichten ließ.

Mehr zur Person der Mary Isabel Portman und der tragischen Geschichte, weswegen sie ihr fertiges Schloß selber nie zu Gesicht bekommen hat, könnt Ihr wunderbar hier oder hier nachlesen.
Erst 2003 gelangte das Gebäude in den Besitz des jetzigen Hotelbetreibers, und wurde in den Folgejahren langsam und liebevoll umgebaut zu einem Hideaway der Extraklasse.
Aber bis heute trägt das Haupthaus den Namen ‚Mary Portman Haus‘ und auch das Interieur erinnert nach wie vor stark an ein englisches Landgut.

Beeindruckend die extrem hohen Decken, die geschmackvolle Einrichtung und die gelungene Kombi zwischen traditionellen Elementen und modernem Design.
Jeder Raum trägt ein anderes Farbkonzept, Designklassiker finden sich hier genauso wie schlichte Holzeinbauten, und das Schönste: jeder Raum ist mit einem Kamin ausgestattet, in dem abends ein kleines Feuerchen prasselt und gemütliche Sitzecken zum Verweilen einladen.

„those who play together stay together“- mit diesen Worten wird man im sogenannten Spielzimmer empfangen:

und auch die Hotelbar ist ein echter Hingucker (und das wo ich sowieso eine Schwäche für schöne Hotelbars habe)

Apropos Verweilen: so schöne Ecken finden sich im ganzen Haus, und am liebsten möchte man es sich doch überall mit einer schönen Tasse Tee, einer Wolldecke und einem guten Buch gemütlich machen, oder?

Unaufgeregt ist auch das Motto unseres gesamten Aufenthalts. Klaus King und sein Team sind die besten Gastgeber, die man sich wünschen kann und verstehen es aufs Vortrefflichste, einem die Zeit im Hotel Kranzbach so angenehm wie möglich zu machen.
Ich persönlich glaube ja, hier werden sogar Wünsche erfüllt, von denen man bis dato noch nicht mal wusste, dass sie überhaupt existieren! Und egal wo – im gesamten Hotel herrscht eine sehr private und persönliche Atmosphäre, was sicherlich nicht zuletzt daran liegt, dass sowohl SPA als auch Restaurant ausschließlich den Hotelgästen vorbehalten sind.

Zum Thema Spa: Wellnesstempel ist nichts dagegen! Und auch, wenn wir die letzten beiden Male hauptsächlich zum Wandern hierhergekommen sind (echt jetzt!), ein wenig Zeit für Sauna, Pool & Co sollte man in jedem Fall einplanen.

Eins meiner Highlights ist ja der sogenannte ‚Onsen‘ (ein japanischer Heißwasserpool): entweder um morgens nach ein paar Bahnen im Sportbecken mit Blick Richtung Zugspitze noch einmal Energie für den Tag zu tanken oder aber um nachmittags mit müdegewanderten Beinen bei 40 Grad ein wenig vor sich zu floaten (so heißt das nämlich korrekt!), die angespannten Muskeln zu lockern, und langsam in den finalen Entspannungsmodus zu wechseln.

Ein Bad im Onsen ist einfach herrlich- egal zu welcher Tageszeit!

Danach noch kurz in die Sauna (Weltklasse-nicht mal hier braucht man nämlich nicht auf den fantastischen Ausblick auf Berge, Tannen & Co. zu verzichten!), noch einmal im kuscheligen weißen Bademantel auf einer der zahlreichen Liegen abgelegt und man fühlt sich wie ein neuer Mensch.

Wem das alles noch nicht reicht, der besucht eine der Yogaklassen, probiert sich beim Bogenschiessen oder Qui-Gong, tobt sich im Gym aus oder gönnt sich vielleicht noch eine schöne Anwendung.

Auch schön: einfach mal abhängen. Und gegen den Durst hilft frisches Bergwasser aus der eigenen Quelle, das überall im Haus frisch gezapft wird.

Bei soviel körperlicher Ertüchtigung, darf natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen.
Und wie sollte es anders sein: auch gegessen wird hier mit Bergpanorama, oder aber im sogenannten „Kräutergarten“ (unser Favorit!) mit Blick auf selbigen. Auch hier alles mit sehr viel Liebe zum Detail arrangiert. Was ich  besonders schön finde: statt aufwendiger Blumendeko schmücken Kräuter und frisches Grün die Tische und schlagen wieder mal gekonnt die Brücke zwischen Innen und Aussen:

Wer gerne gut isst, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.
Angefangen beim Frühstück: das Buffet lässt wirklich keine Wünsche offen und alleine um sich durch die bis zu 70 (!) Brot- und Brötchensorten zu probieren, die Bäckermeister Holz und sein Team jeden Tag frisch zubereiten, müsste man mindestens 14 Tage hier verbringen. Sehr fein auch die regionale Käseauswahl, und mein absolutes Frühstückshighlight: ein eigener Saftraum! Gut gekühlt warten hier Körbe voll mit frischem Obst und Gemüse sowie diverse Saftpressen und Entsafter auf Ihren Einsatz: aussuchen, schnippeln, rein in die Maschine und fertig- jeder wie er’s mag. Und frischer geht nun wirklich nicht.

Auch die abendliche Menüauswahl ist fantastisch. Egal ob Fisch, Fleisch, Vegetarisch oder das ‚Schmankerl aus der Küche‘-zumindest mir fällt die Auswahl da meist schwer. Aber egal WIE gut das Essen war, eins darf auf keinen Fall fehlen: am Ausgang des Restaurants lockt nämlich noch das allabendliche Schokoladenbuffet (soviel zu den geheimen Wünschen – und natürlich auch hier alles hausgemacht!)  sowie der Gute-Nacht-Tee.
Und so ein kleiner Schlummertrunk und zumindest 1-2 Stücke dieser absolut köstlichen Minzschokolade (eine bessere hab ich noch nicht gegessen, ich schwör‘!) müssen mit aufs Zimmer.

Und sollte irgendjemand tatsächlich zwischendurch Hunger haben, der bedient sich einfach am Lunch- oder dem nachmittäglichen Kuchen- und Strudelbuffet.

Aber nicht nur für die Menschen ist gesorgt: das Kranzbach ist auch ein extrem hundefreundliches Hotel und neben gemütlichem Hundekissen, Napf und Handtüchern erwartet jeden Vierbeiner auch noch die sogenannte Cassy-Bag mit leckeren Goodies, Gassirunden-Vorschlägen und der rührenden Geschichte über Retrieverhündin Cassy, der wir das Kranzbach in seiner heutigen Form überhaupt erst zu verdanken haben…
Wer mit seinem Hund aber nicht nur Urlaub machen, sondern auch noch etwas lernen möchte, für den bietet das Kranzbach auch spezielle Hundethemenwochen an.

Wer’s abgeschiedener mag, trotzdem aber nicht auf die Annehmlichkeiten eines Hotels verzichten möchte, übernachtet übrigens einfach im Baumhaus:

Und auch wenn Meditation bisher nicht grad meine Kernkompetenz ist: ganz neu im Kranzbach und auf einer perfekten kleinen Lichtung mitten im Wald liegt dieses Meditation-House: eine wahre Rückzugsoase aus dem hektischen Alltag und geplant von dem japanischen Architekten Kengo Kuma (falls Euch Planung & Entstehung des Meditation-House interessieren: hier gibt’s einen ausgezeichneten Film dazu)
Dieses architektonische „piece of art“ mit seinen durchscheinenden  Glasfronten fügt sich einfach so perfekt in die Umgebung ein, als hätte es schon immer dort gestanden.
Wenn man es hier nicht schafft, runterzukommen- ich wüsste nicht wo sonst. Vielleicht starte ich ja tatsächlich nochmal einen neuen Versuch, mich mit dem Thema anzufreunden, neben regelmässigen Yoga-Workshops bietet das Hotel nämlich auch Meditationsprogramme an.

Und last but not least: nicht zuletzt die traumhafte Umgebung machen das Kranzbach für mich zu einem der schönsten Hotels überhaupt und ich komme mir jedes Mal fast ein bisschen vor wie Heidi, die durch diese Postkartenlandschaft wandert…

 

Besonders schön ist es hier bestimmt auch im Winter, wenn alles tief verschneit ist.
Einziger Wermutstropfen: die Entfernung! Denn mal eben schnell für’s Wochenende kommt man von uns aus nun mal nicht hin.
Aber so freu‘ mich einfach jetzt schon aufs nächste Mal, wenn’s wieder heißt: „Kranzbachtime“!

denn, liebes Kranzbach, Ihr habt’s echt drauf. Genau SO gehen Märchen für Erwachsene!

Bis dahin schwelge ich noch ein wenig in Erinnerung und suche krampfhaft nach einem adäquaten Ersatz für meine allabendliche Minzschokolade!

Und ihr so? Habt ihr auch ganz spezielle Lieblingshotels, in denen einfach alles stimmt und aus denen ihr am liebsten gar nicht mehr weg möchtet?
Dann postet sie gerne in die Kommentare, bin gespannt ob wir hier nicht eine schöne Auswahl ‚Lieblingshotels‘ zusammenbekommen!

 

bis dahin, pfüat‘ Euch & habts hübsch,

Britta

2 Kommentare bei „Lieblingshotels – „DAS KRANZBACH“ in Krün“

  1. Schön geschrieben ‼️ Genau so traumhaft ist es dort ❤️

    1. ich könnte auch schon wieder zurück, wenn ich ehrlich bin!

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