Von Klischees, Kindsköpfen und Kakerlaken: meine 5 Fragen am Fünften

hallo September und das bedeutet ja zumindest rein kalendarisch ja auch schon hallo Herbst! Und ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich zumindest bin noch nicht wirklich fertig mit diesem legendären Sommer! Zu schön diese langen vertrödelten Abende auf der Terrasse, Morgende am Meer und das herrliche Gefühl von Sonne auf der Haut und Sand zwischen den Zehen. Deswegen gibt’s heute hier auch noch ein paar Nordseebilder von unserem spontanen Wochenendtrip auf die Lieblingsinsel.

Anyway-heute ist wieder der Fünfte und das bedeutet wieder auf in eine neue Fragerunde „5 Fragen am Fünften“:
Und wenn ich dachte, ich schreib‘ das mal eben so schnell runter, und mache es mir danach wieder auf der Terrasse gemütlich-Pustekuchen! Zumindest über die beiden ersten Fragen habe ich schon ein wenig gegrübelt…, und bin auch sehr gespannt, was Ihr dazu zu sagen habt!

1.Was ist der größte Unterschied zwischen Dir und Deinem Partner?

Ich würde mal sagen, wir unterscheiden uns in so ziemlich Allem. Er Mann, ich Frau. Du sammeln, ich jagen. Das Ding mit dem Einparken und Zuhören. Und auch wenn ich prinzipiell nicht sonderlich viel von diesen ganzen Rollenklischees halte, steckt zumindest bei uns doch auch ein Körnchen Wahrheit drin.
Ich hab‘ meinem Mann vor Jahren mal einen Druck geschenkt, der seitdem unsere Wohnzimmerwand ziert. „you keep me safe, i’ll keep you wild“ – ich liebe diesen Spruch und er trifft es eigentlich ziemlich gut. Heißt im Klartext, daß ich in unserer Beziehung eher diejenige bin, die mit verrückten Plänen und neuen Ideen um die Ecke kommt. Er lässt sich davon (zum Glück!) schon auch gerne anstecken, schafft es im Gegenzug aber auch, mich in den richtigen Momenten einzubremsen und wieder auf den Boden zu holen. Und in den Momenten wo ich -wie sagt man so schön- eher „emotional flexibel“ reagiere, bleibt er gelassen. Funktioniert aber auch andersrum, und deswegen würde ich mal behaupten, ergänzen wir uns schon ganz schön gut!

2. Was würdest Du Deinem Kind am Liebsten für’s Leben mitgeben?

Uuuiii, eine fast schon philosophische Frage, die mich aber auch grade extrem umtreibt, schließlich entlasse ich ja grade meine zwei großen Kinder ins Leben.
Und das ist eine Aufgabe, die wahrscheinlich keinem Mutterherz so wirklich leicht fällt.
Ich hoffe aber mal ganz stark, daß mir im Laufe der letzten zwanzig Jahre eins geglückt ist: Ihnen nämlich die so oft zitierten Wurzeln zu geben, aber darüber hinaus auch die notwendigen Flügel. Ihree Flügel haben meine beiden nun schon oft getestet, sich  ausprobiert und sich  den Wind anderswo um die Nase wehen lassen, aber ich glaube, daß beide auch ein sehr sicheres Gespür  für Ihre Wurzeln haben.
Und mit Wurzeln meine ich nicht nur, zu wissen wo man hingehört, sondern auch ein ganz bestimmtes Werteempfinden, das wir Ihnen als Eltern quasi als Rüstzeug fürs spätere Leben mit auf den Weg geben. Und es rührt mich wirklich jedes Mal extremst, wenn ich in Gesprächen merke, wieviel von mir/uns in den Kindern doch drin steckt.

Ich wünsche Ihnen (und manchmal auch mir) das Vertrauen und die notwendige Gelassenheit, Ihren eigenen Weg zu finden, auch wenn der vielleicht nicht immer ganz gradlinig verläuft, Mut zum kritischen Hinterfragen und zum Diskurs, neugierig zu bleiben und daß sie es schaffen, im Leben wirklich DAS tun, was sie glücklich macht!

3. Womit belohnst Du Dich am liebsten, wenn Du hart gearbeitest hast?

Ganz unterschiedlich. Und situations- und tageszeitenabhängig. Käffchen, Sofa, Lesebuch und ein Stück Mohnkuchen vom Lieblingsbäcker können mich ziemlich glücklich machen. Manchmal aber auch Netflix und ein Glas Wein. Oder ein gutes Essen, das muss dann aber auch bitte fix& fertig vor mir stehen! Shoppen geht eigentlich auch immer, und wenn’s nur ein schöner Blumenstrauß ist. Oder eine neue Vase. Oder Schuhe. Gerne auch neue Reiselektüre, um gedanklich schon mal den nächsten Trip zu planen, oder, oder, oder…

4. Was ist das Außergewöhnlichste, dass Du jemals auf einer Reise gegessen hast?

Das außergewöhnlichste waren sicherlich Kakerlaken, Mehlwürmer und allerlei anderes Krabbelgetier, getarnt als salziger Snack, versteckt im Proteinriegel usw.
Und das ganze auch nicht wirklich auf einer Reise, sondern im letzten Jahr auf der Formland. Schon ziemlich strange, aber eigentlich auch nur, weil man wusste , dass man grade etwas isst, was man NIEMALS anfassen würde. Also ich zumindest nicht.
Ansonsten bin ich ziemlich experimentierfreudig, was so Essensdinge angeht, und probiere gerne viel aus. Einmal bin selbst ICH allerdings an meine Grenzen gestoßen. Wie gesagt, ich bin ja unterwegs immer auf der Suche nach möglichst authentischen kulinarischen Erlebnissen und habe meine Familie deswegen vor Jahren völlig euphorisch in ein ziemlich chinesisch aussehendes Restaurant in Chinatown in San Francisco geschleppt. Authentisch war es wohl-wir konnten weder die Bedienung verstehen noch ein Wort von dem lesen, was auf der Karte stand, aber ich habe mit Händen und Füssen und in vollstem Vertrauen bestellt („something with chicken“). Und ich werde glaub‘ ich nie die entsetzten Blicke meiner Kinder vergessen, als das „mit chicken“ dann endlich auf dem Tisch stand: kalt, glibberig, und hatte noch Krallen! Und auch der Rest von dem was uns der Wirt gutmeinend servierte, war zwar außergewöhnlich aber zumindest für unser Geschmacksempfinden auch nur grenzwertig genießbar. Aber-Versuch mach kluch, oder wie heißt es so schön?

5. In welcher Beziehung möchtest Du immer Kind bleiben?

Ganz ehrlich? Ich möchte auch mit 80 noch meine Haribo-Lakritzschnecken erstmal abrollen, bevor ich sie esse. Anders schmecken sie ja wohl nicht, oder? Nein, Quatsch.
Ich hoffe ganz stark, dass es mir gelingt, meine Neugier auf das Leben bewahren und vor Allem meinen Humor! Außerdem ein Stück kindliche Naivität und die den Kindern eigene Fähigkeit, des Nicht-Immer-Hinterfragens.
Denn auch wenn ich im Grunde meines Herzens ein ECHT offener und positiver Mensch bin, ertappe ich mich immer öfter dabei, Dinge erstmal von allen Seiten kritisch zu beleuchten, die ich früher einfach gemacht hätte.

So, für meinen Geschmack ganz schön viel geschwafelt heute. Aber so ist das eben manchmal auf der Bloggercouch.
Ich gehe jetzt mal schnell gucken, was in Euren Kindsköpfen so vorgeht und belohne mich dann mit einem schönen Glas Rosé auf der Terrasse, um mit Euch auf den Altweibersommer anzustoßen! Und auf Nic, die uns hier schließlich immer alle so nett zusammenführt!

bis zum nächsten Mal, wenn es hier  wieder heißt: „5 Fragen am Fünften“

habt’s hübsch, Britta

 

 

Ein Kommentar bei „Von Klischees, Kindsköpfen und Kakerlaken: meine 5 Fragen am Fünften“

  1. Du schreibst einem immer wieder aus der Seele. Ich erkenne mich in allen Antworten wieder und stimme in jedem Punkt zu. Immer wieder schön, mitzulesen. Danke.

Schreibe einen Kommentar