Schweden-Roadtrip, part II: let’s go Westküste!

 

So, Ihr Lieben,  ich hoffe, Ihr seid noch alle mit an Bord , denn jetzt heißt es: let’s go West! So sehr wir unsere Zeit in den Stockholmer Schären auch immer genießen, haben wir uns diesmal richtig auf den Rückweg gefreut, schließlich lag noch die ganze Westküste vor uns.

Einen ersten Zwischenstop haben wir in Karlsstad eingelegt, übrigens die sonnenreichste Stadt Schwedens, wusste ich bis dato auch nicht. Können wir bestätigen, war diesen Sommer aber wohl auch keine große Kunst.
Aber auch sonst sehr hübsch und für uns sogar ein bisschen sentimental, waren wir doch auf den Spuren meiner Schwiegereltern unterwegs, die sich hier vor über 50 Jahren kennengelernt haben…
So oder so, eine Pause an der wunderschön angelegten Badestelle Skuteberget und im Anschluss vielleicht eine Runde Disc-Golf können wir nur jedem ans Herz legen.

Von dort aus führt uns unsere Route durch das malerische Dalsland wieder Richtung Küste, und für ca. 20 km verlassen wir sogar Schweden und fahren ein Stück durch norwegische Wälder.

Was für eine Vegetation, aber nach ca. 500 km quer durchs Land sind wir auch froh, als endlich wieder das Meer vor uns auftaucht. Und wieder eine ganz neue Landschaft, die wunderschöne Ferienregion Bohuslän, geprägt durch ihre felsige Küste, ihre unzähligen Schären und die von sich behauptet, die schönste Schärenlandschaft der Welt zu sein. Nun ja, vielleicht bin ich als eingefleischte Stockholm-Liebhaberin etwas voreingenommen, aber ich gebe zu: die Ostküste ist zwar deutlich karger und schroffer als ihre Stockholmer Schwester, entwickelt aber durch ihre entzückenden bunten Orte, die unzähligen kleinen Seglerhäfen und Badebuchten und die vielen vielen Felsen eine ganz eigene Magie, der auch wir uns nicht entziehen können.

Strömstadt steht als erstes auf dem Programm. Auch so eine typische Sommerstadt. Und ich liebe es ja am Hafen zu stehen, den Leuten zuzuschauen, die dort mit Koffern, Taschen, Haustieren, Kühltaschen, Sportgeräten und sonstigem Sommerequipment drauf warten, dass sie irgendein Boot zu ihren Sommerhäuschen in den Schären bringt. Ein bisschen wie bei Ferien von Saltkrokan-erinnert Ihr Euch an die Szene, wo die komplette Familie Melcher am Steg steht und sich auf ihr Schreinerhaus freut? Herrlich- und für mich Inselsommer pur!

Nach einem kurzen Stadtrundgang entscheiden wir uns aber trotzdem, noch nach Fjällbacka weiterzufahren. Gefährliches Pflaster (Camilla Läckberg lässt grüßen), ich weiß, aber wir wagen es trotzdem. Und tatsächlich brauchen wir 1-2 Stündchen, Fjällbacka und wir, aber dann war es wirklich Liebe (auf den zweiten Blick).
Sehr faszinierend, wie sich die schmale Hauptstraße an den alles überragenden Felsen schmiegt und es sieht manchmal fast so aus, als wenn die Felsüberhänge bereits die Dächer der Häuser berühren.

Nach ein wenig Suchen finden wir dann schlussendlich auch den perfekten Stellplatz (nicht ganz legal, und manchmal ist eben auch von Vorteil wenn der Bus so klein ist und man in Straßen reinkommt, in die andere sich nicht trauen).

Aber da wir doch recht exponiert stehen, versuchen wir uns möglichst dezent (so dezent es mit einem quietschgelben Bus dann eben geht) zu verhalten, verzichten ausnahmsweise mal auf jegliches Camping-Gedöns (im Klartext: KEINE Lichterketten…) und entscheiden uns fürs Essengehen. Gute Wahl. Und so genießen wir ein leckerstes „Fiskgryta“ mit Blick auf Hafen und Sonnenuntergang und lassen uns nicht mal von den (sehr!) lauten Norwegern am Nachbartisch die Stimmung verderben.

Kleiner Exkurs und sehr lustig: auf dem  Weg nach Fjällbacka gerieten wir zufällig in eine Kolonne alter amerikanischer Straßenschlitten: und überall am Straßenrand weitere Autos, feiernde Menschen im besten Rockabilly-Look, laute Musik, blubbernde V8-Motoren  und ordentlich Bier (wer sich in Schweden und der sogenannten raggare – Szene ein wenig auskennt, kann sich ungefähr vorstellen was dort los war!). Und obwohl wir in dieses Spektakel ja nun mal so gar nicht reinpassten, wurden wir den ganzen Weg mindestens genauso bejubelt wie die Amischlitten, gefeiert und abgeklatscht. Ganz großes Kino!
Einige der Wagen treffen wir später im Ort wieder, und bis zum Sonnenuntergang wird hier fleissig durch die engen Straßen gecruist.

Kleiner Schreck am nächsten Morgen: unser Gas ist alle (jetzt wissen wir aber wenigsten wie lange eine Gasflasche im täglichen Gebrauch hält) und wir hatten natürlich keine in Reserve.  Also erstmal kein Morgenkaffee. Und natürlich passen auch deutsche Anschlüsse nicht für schwedische Gasflaschen. Ist klar oder? Aber in weiser Vorraussicht hatte ich am Vortag schon ein nettes kleines Café erspäht (was für ein Zufall…), für’s Frühstück war also wenigstens gesorgt, und während der Reisehund und ich danach noch ein wenig durch dieses entzückende Örtchen geschlendert sind, durfte Mc Gyver sich an der Gasflaschenfront austoben.

Unser nächstes Ziel war Smögen (übrigens auch eins meiner Tour-Highlights), aber auch der Weg dahin hat uns total begeistert: Viele kleine Häfen, unzählige potentielle Stellplätze und immer wieder diese zauberschönen Bade-/Bootshäuschen. Die laufen grade etwas den bunten Badehäuschen den Rang ab, die es mir an der Ostküste so angetan haben.
Und wir überlegen, was man wohl tun muss, um in den Besitz eines solchen Häuschens zu kommen. Wahrscheinlich morden oder zumindest sehr geschickt erben.

Etwas außerhalb dann auch nicht mehr unbedingt im Top-Zustand, aber immer noch charmant:

und beeindruckend auch die Architektur, jeder deutsche Statiker würde wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen:

Jetzt aber Smögen und NATÜRLICH darf  auch ein obligatorisches Foto mit dieser Kulise nicht fehlen.

Und natürlich schlendern wir auch wir auch die Smögenbrygga einmal entlang, allerdings ist es uns hier schon fast etwas zu voll  (so viele Menschen sind wir in Schweden einfach nicht gewohnt) und wir stellen fest, dass die Westküste doch deutlich belebter ist als der wilde Osten. Die kleinen Straßen in zweiter und dritter Reihe gefallen uns da schon um einiges besser.

Weiter geht’s mit dem Inselhopping: auf Tjörn, Orust und den umliegenden Inseln finden wir die allerschönsten Badestellen

Und überall so nette Cafés, ich glaube ich habe noch nie so viel und so guten Kuchen gegessen wie in diesem Urlaub (und falls das mit den Strandhäuschen nix wird, werd‘ ich eben Café-Tester in Schweden!)

Das urigste haben wir allerdings in Marstrand gefunden: ein ganz kleiner Laden, drinnen eine Mischung aus Trödel und Museum und draussen das leckerste Räksmörgas, das ich in meinem Leben gegessen habe. Ich schwör!
(Falls Ihr Lust habt, guckt mal hier: jeden Mittwoch ist vorm Café nämlich ‚Flakmoppeloppis‘. So cool, oder? )

Und erst südlich von Göteborg ändert sich die Landschaft erneut und die felsige Küste geht langsam über in die breiten Sandstrände Hallands.
Unser nächstes Ziel ist Varberg und die Bucht von Apelviken.
Easy Surferlife, Sundowner in den Dünen, Schlafen am Strand, Sunrise-SUP-Session und einer der schönsten (und teuersten) Stellplätze unserer Tour (hier gabs nämlich tatsächlich ein Ticket! Und wenn man den Worten unserer einheimischen Camping-Nachbarn Glauben schenkt, wohl das allererste Mal überhaupt. Das nennt man dann wohl Timing.)

Leider auch schon der vorletzte Tag unseres Roadtrips. Aber auch Varberg kommt auf die Liste der Orte, die wir auf jeden Fall nochmal besuchen wollen. Denn bei Temperaturen weit über 30 Grad schaffen wir sightseeingmäßig nicht mehr als die Seebrücke und Kallbadehaus für ein obligatorisches Foto.
Schließlich  steht dann ja auch noch die Strömma Farmlodge auf unserem Programm (mehr dazu habe ich Euch hier ja schon erzählt).

Ich glaube, das war dann auch tatsächlich der heißeste Tag unserer Tour und deswegen ging’s von der Strömma Farmlodge auch auf schnellstem Wege zurück ans Meer, genauer gesagt nach Mellbystrand. Besonderheit: hier man kann mit dem Wagen direkt auf den Strand fahren. Zwar einerseits praktisch, da der Strand aber nicht so breit wie zB in Sankt Peter Ording oder auf Römö kommt irgendwie nicht so richtiges Strandfeeling auf und man hat man eher so das Gefühl, auf einem großen Sandparkplatz am Wasser zu stehen.

Übernachten dürfen wir hier auch nicht, deswegen fahren wir gegen Abend einfach weiter und übernachten kurz vor Helsingborg bei einem Bauern auf der Wiese direkt an einem kleinen See. Auch nett. Und dann heißt es am nächsten Morgen auch schon schweren Herzens ab auf die Fähre und  ‚hejda Sverige för denna gang‘!

Das war sie also, unsere Sommertour 2018. So schön, daß ich sie 1:1 wiederholen könnte und das am Liebsten sofort. Ich freue mich auch,  daß Ihr durchgehalten habt und uns sowohl hier auf’m Blog als auch währenddessen auf Instagram so nett begleitet habt.

Kurzes Fazit:

  • Roadtrip: immer wieder!
  • Ich hatte WIRKLICH zu viele Klamotten mit. Viel zu viele. Kann ja aber auch keiner ahnen, daß in Schweden plötzlich tropische Temperaturen herrschen. Reduzierter Reisen ist also meine persönliche Challenge für 2019!
  • Die morgendliche Dusche ist vollkommen überbewertet, wenn man sie durch einen ‚morgondopp‘ ersetzen kann!
  • Ich brauche auch so ein Badehäuschen. Alternativ sonst bitte einen eigenen Badefelsen  (und natürlich das passende Grundstück dazu).
  • die Kanelbullar von Mormors Stenugnsbageri auf Öland waren wirklich die aller- allerbesten (und wir haben echt so einige probiert). Ich plädiere für eine Filiale in Kiel!

So, ich hoffe jetzt mal ganz stark, dass das Bulli-Jahr 2018 für uns noch nicht beendet ist und wir vielleicht noch den ein oder anderen schönen Spätsommertrip erleben dürfen und werde natürlich berichten!

bis dahin, habt’s fein

hejda & liebste Grüße, Britta

7 Kommentare bei „Schweden-Roadtrip, part II: let’s go Westküste!“

  1. Hallo liebe Britta, da bekomme ich sofort wieder Fernweh, wenn ich deine tollen Fotos sehe. Habt ihr den Bulli selbst asgbaut? Wäre auch mein Traum mit so einem Teil einen Roadtrip durch Schweden zu machen. Hach und ja …Ferien auf Saltkrokan …daran erinnere ich mich gut 🙂 liebe Grüße Claudia

    1. Ist tatsächlich auch immer noch einer meiner Lieblingsfilme! Und nein-wir haben den BUs nicht ausgebaut, da er bis auf ein paar Kleinigkeiten noch die Original-Westfalia Ausstattung hat. EinenRoadrip durch Schweden kann ich nur empfehlen, Schweden ist ein tolles Reiseland und dabei ja auch unheimlich vielfältig… Ich zähle jedenfalls schon die Tage bis zum nächsten Mal! viele Grüße von der Förde, Britta

  2. Wow, das sind ja richtig tolle Eindrücke! Ihr hattet ja nen richtig tollen Bully, mit so einem würde ich auch gerne mal herum touren. Das mit der Sunrise-SUP-Session klingt ja spannend, vor allem bei dieser schönen Kulisse. Ich wollte auch unbedingt mal SUP ausprobieren, habe aber bisher noch nicht die Zeit dafür gefunden.

    Tatsächlich überrascht es mich auch ein bisschen, dass es über 30 Grad hatte. Ich habe mir Schweden immer sehr lau vorgestellt, aber ich habe mich bisher auch nicht so mit den skandinavischen Ländern auseinander gesetzt. 🙂

    Viele Liebe Grüße,
    Silvia

    1. Ja, der Trip war wirklich wirklich toll. Und die Temperaturen in diesem Sommer schon außergewöhnlich hoch, wie hier in Deutschland ja auch. Aber tatsächlich ist gerade die Region um die Stockholmer Schären bekannt für gute Sommer und eigentlich auch viel Sonne.Und Schweden generell ist ein tolles REiseland und unheimlich vielfältig. Viel Natur, aber auch Städte und Kultur, Seen, Meer; Mittsommer und die leckersten Zimtschnecken 🙂 SUPen ist übrigens wirklich ein klasse Ausgleichssport, und das Tolle: man braucht eben kein Meer, sondern See oder Fluss tun es geanuso und es ist herrlich entschleunigend!
      viele GRüße von der Förde, Britta

  3. […] Sommer haben wir dann allerdings auch unseren ersten größeren Roadtrip unternommen und sind drei Wochen durch Schweden gefahren. Leider waren wir in diesem Jahr auch privat und beruflich sehr eingebunden, sonst hätten […]

  4. Hej Britta,
    coole Reise! Der letzte Sommer war aber auch prädestiniert für eine solche Fahrt (weiss man leider erst hinterher). Wir haben immer Adapter für unsere deutsche Gasanlage dabei (mal bei Hüllmann in der Hamburger Chaussee fragen). Morgens aufstehen ohne Kaffee in der Koje gehabt zu haben – da gruselt’s einen ja!
    Hej daa
    Bee

    1. allerdings 🙂 ich hatte aber am Abend vorher schon ein nettes kleines Café gespottet, das haben wir dann postwendend aufgesucht! Wir standen eh recht exponiert, d.h. größere Frühstücksarien hätten wir uns da wohl eh verkniffen, aber ein erster Café muss sein, da gebe ich Dir völlig recht! Und mittlerweile sind wir auch ausgerüstet, aber trotzdem danke für den Tipp! Und ich hoffe übrigens wieder auf einen so schönen Reisesommer, für uns geht’s nämlich wieder nach Schweden … liebe Grüße, Britta

Schreibe einen Kommentar