Schweden-Roadtrip, part I: der wilde Osten

Schweden 2018- diesmal aber kein Inselurlaub in den Stockholmer Schären wie sonst, sondern ein Roadtrip mit dem Bulli war der Plan.
Unsere grobe Routenplanung hatte ich Euch hier schon mal vorgestellt, an der haben wir uns im Großen und Ganzen dann auch tatsächlich langgehangelt. Das heißt, wir sind die Ostküste hochgefahren bis in die Stockholmer Schären, und an der Westküste zurück.
Die komplette Rundreise gibt’s am Ende vielleicht auch nochmal hübsch als Grafik. Hier jetzt aber erstmal für die Zahlenfanatiker unter Euch unser Trip numerisch aufbereitet:

16 Tage
3127 Kilometer
4 Länder
13 Stellplätze
9 Fährfahrten
1 Strafmandat
und unzählige Zimtschnecken

Und weil nach der Reise ja bekanntlich vor dem Reisebericht ist und ich Euch genau den ja versprochen habe, geht’s jetzt los.
Aufgrund  der Fülle an Bildern, Infos und Erlebnissen aber wahrscheinlich in zwei Teilen.

Die einzelnen Etappen waren nicht wirklich lang, aber so hatten wir ausreichend Zeit zum Cruisen, uns treiben zu lassen, an so ziemlich jedem schönen Café anzuhalten oder zwischendurch auch einfach mal schnell ins Meer zu springen. Was wir diesmal ziemlich konsequent ausgelassen haben, waren Städte. Wir haben uns zwischendurch zwar immer mal das eine oder andere Örtchen kurz angeguckt, waren aber jedesmal froh, wenn wir wieder in der Natur, am, im oder auf’m Wasser waren. So schön dieser Sommer auch war, für Sightseeing war es uns definitiv zu warm.
Aber wir stellen fest: die schwedischen Hafenstädte sind eigentlich alle schön: mit ihren bunten Holzhäuschen (wie hier die alte Fischersiedlung in Västervik), dem vielen Wasser, den netten Cafés und der entspannten Sommerstimmung, die überall herrscht:

Zur Logistik: Wir suchen unsere Stellplätze eigentlich immer spontan, und gerne in Wassernähe. Gibt doch nichts Schöneres als mit Seaview aufzuwachen und noch vorm Frühstück einmal schnell ins Wasser zu hüpfen. Kleinere Segelhäfen sind auch oft ein guter Anlaufpunkt, wir mögen einfach die Atmosphäre dort, die Infrastruktur ist (fast) immer sehr gut und zumindest für ein kleines Gefährt wie unsere alte Miss findet sich in der Regel auch immer noch ein nettes Plätzchen.

Hier jetzt also unsere Westküsten-Highlights:

Wir starten unsere Tour am (fast) südlichsten Punkt Schwedens in dem entzückenden kleine Hafen von Skanör, und ich war spontan verliebt (das sollte mir im Laufe unserer Tour allerdings noch häufiger passieren):
In den kleinen Hafen mit seinen Fischbuden, unseren  Stellplatz mit Blick auf die Öresundbrücke, die tollen Strände und vor allem in diese kleinen bunten Strandhäuschen, denen wir entlang unser Tour immer wieder begegnen.

Sind sie nicht entzückend? Als Kind hab‘ ich mir immer so ein kleines Häuschen gewünscht…! Einige waren mit Liebe gepflegt, und hatten sich hübsch herausgeputzt, anderen hat man ihre Jahre schon deutlich angesehen und ich gebe zu, dass es mich sehr in den Fingern gejuckt hat.
Was man daraus alles machen könnte…, und ich hab‘ ganz kurz drüber nachgedacht, ob Strandhäuschenrestaurateur in Skane wohl ein ernstzunehmender Beruf ist, aber wir waren ja schließlich im Urlaub und wirklich vakant war glaub‘ ich auch keins.

Also-Karrierepläne erstmal verschoben und wir rollen weiter, und je nördlicher wir kommen, desto wärmer wird’s (hatte ich erwähnt, dass wir am ersten Tag tatsächlich durch einen Regenschauer gefahren sind?)

Und natürlich fahren wir nicht Autobahn, sondern  Landstraßen. Die Lieblingsplaylist in Dauerschleife und wir fahren und gucken und genießen, denn hey, der Weg ist schliesslich das Ziel. Manchmal führt uns die Straße direkt am Meer entlang (was wir dann auch gleich für einen ausgiebige Strandpause nutzen), dann wieder durch niedliche kleine Orte und vorbei an wunderschön gepflegten Höfen und durch eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Bullerbü-Idylle, so weit das Auge reicht!
Was uns sehr erstaunt hat, war die Kirchendichte. Nahezu JEDER Ort, auch wenn er noch so klein ist, besitzt eine eigene Kirche. Und 5 km weiter dann die nächste. Entweder sehr gläubig, die Schweden oder aber die Gemeinden müssen mal extrem wohlhabend gewesen sein, wir wissen es nicht.
Und noch ein paar Relikte vergangener Zeit, als das, was wir jetzt als schöne Strecke ins Navi eingeben, die Hauptverkehrsroute gen Norden war:

Fast ein bisschen Route 66-Feeling in Südschweden-und unsere Miss passt hier doch ganz gut ins Bild, findet Ihr nicht?
Ein weiteres schlagkräftiges  Argument für die Landstraße: man kommt an unzähligen Schildern mit dieser magischen Aufschrift vorbei.:

Und noch besser: die Reisegeschwindigkeit lässt da einen spontan Stop durchaus zu. Auf mich haben diese Schilder immer eine Wahnsinns-Anziehungskraft, und die Bandbreite dessen, was einen bei diesen Flohmärkten erwartet ist extrem groß: Von privatem Haushaltsplunder bishin zu richtig kleinen Schmuckkästchen ist alles dabei und es macht so viel Spaß, einfach zu stöbern, nebenbei schnell nochmal in ein fremdes Fenster zu luschern, so daß der reine Kauferfolg dabei fast sekundär ist.

Next Stop, Öland!

Stand gar nicht aufm Zettel, eigentlich  lautete unser Tagesziel  Kalmar, aber dann sind wir aber doch einer spontanen Eingebung folgend Richtung Brücke abgebogen. Can’t help, aber Inseln haben es uns irgendwie angetan.
So-und was macht man wenn man irgendwo landet und noch so gar  keinen Plan hat, wo’s schön ist? Klar-man guckt entweder nach einem Hafen oder Badeplatz (s.o.) oder aber man fährt nach Wegweisern, die zu einem schönen Café führen. Damit haben wir hier nämlich schon den 2. absoluten Volltreffer gelandet. Also: wer zufällig auf Öland ist und an einem Schild ‚Mormors Stenugnsbageri‘ vorbeikommt, bitte unbedingt Vollbremsung und abbiegen! Ein Traum, und wirklich (ich schwör‘ !!!!) die besten Kanel- / Kardamombullar ever (so gut übrigens, daß ich vor lauter Verzückung sogar das Fotografieren vergessen habe…)!


Darüber hinaus ein kleiner Hafen, Stellplatz mit Seaview, schönste Badestelle und Premium-Platz für den abendlichen Sonnenuntergang! Wir hätten es -mal wieder- nicht besser treffen können und waren -ebenfalls mal wieder- im absoluten Schweden-Roadtrip-Himmel!!!!

Von da aus gings weiter nach Boda, und auch auf diesen Zwischenstopp hab‘ ich mich riesig gefreut. Immer Richtung Oskarshamn und dann irgendwann links ab nach Boda, ca. 4 km über Schotterpiste durch die schwedischen Wälder und gefühlt mitten im Nirgendwo lebt Tini mit Mann, Kindern und  ihrem kleinen Zoo in einem wunderschönen alten Schwedenhaus und vermietet nebenbei die Bodastuga. Guckt sie Euch mal an, ein Traum von einem Ferienhaus, und so gemütlich, dass man liebsten sofort einziehen möchte.
(und gaaanz zufällig hat übrigens Claudia aka Reetselig mit ihrer Familie grad dort Urlaub gemacht- quasi ein privates, kleines Bloggertreffen mitten im Wald)

Das Beste: Zu Boda und der Bodastuga gehört auch ein kleiner Badesee, an dem wir einen herrlichen Nachmittag verbracht haben. Mit Kuchenessen,  Klönen, Baden, Schwimmen, Stand-Up-Paddlen (wir) und  nach Insekten schnappend (der Hund). Was für ein schönes Fleckchen Erde und für uns eine ganz neue Erfahrung, wo es uns sonst ja doch immer eher Richtung Küste zieht.

Und-mein ganz persönliches Glück: am nächsten Morgen gabs’s frische Boda-Brötchen für alle!!! Und ich kann Euch versprechen, schon die alleine sind es fast wert, einmal bei Tini Urlaub zu machen:

Langsam geht’s weiter Richtung Stockholm, aber nicht ohne dem entzückenden Städtchen Trosa noch einen Besuch abzustatten. Wir sind vor einigen Jahren mal durchgefahren, und seitdem stand ich für mich fest, dass ich hier nochmal hin muss.
Inga-Lindström-Fans aufgepasst, hier werden nämlich große Teile dieser wunderbaren Schweden-Pilcheretten gedreht und wenn man da, ist versteht man auch warum. Die ganze Stadt mutet an wie eine Filmkulisse und so herrlich (wenn auch mal wieder heiß bis sehr heiß), hier durchzubummeln, an den kleinen bunten Holzhäuschen vorbei, über die Brücken und kleinen Kanäle, in den kleinen Geschäften zu stöbern oder aber in einem der entzückenden Cafés einzukehren:

Unser Favorit definitiv das „Tre Sma Rum“ mit einem ganz bezaubernden Kaffeegarten und dem weltbesten Frappucino.

 

Und-funfact am Rande: während wir da so mit dem Bus im Hafen standen, wurden wir ganz aufgeregt begrüßt von einer netten schwedischen Familie, ob es sein könne, dass sie ein Bild von uns in einer schwedischen Facebook-Gruppe gesehen hätten! Und tatsächlich hatte uns jemand auf Öland fotografiert und das Bild direkt gepostet…sehr lustig, und wir haben natürlich direkt nochmal ein Bild gemacht und sind jetzt um  eine Facebook-Guppe und einen sehr netten Kontakt reicher 🙂 Da sieht man mal wieder: Reisen bildet und Bullifahren verbindet!

Eigentlich stand jetzt Stockholm aufm Plan. Aber wie schon erwähnt: uns ( und auch dem Hund) war es für „Stadt“ einfach zu warm und so sind wir direkt nach Ljusterö gefahren: Ein paar Tage Inselurlaub natürlich wieder mit Premium-View, und mit herrlich viel Baden, Bootfahren & Familytime.

Einen kleinen Stockholmtip lasse ich Euch aber doch noch hier:
Wenn Ihr die Zeit habt, gönnt Euch unbedingt eine Tour mit einem Schärendampfer und erkundet ein wenig diese wunderschöne Inselwelt.

Lohnenswerte Ziele sind Waxholm (ein herrlich bunter und trubeliger Sommerort und Ausgangspunkt für viele Fähren in die Aussenschären) oder aber Grinda. Einer meiner Lieblingsplätze und DER Ausflugstipp der Stockholmer und nur per Boot erreichbar. Stromert ein wenig über die Insel, sucht Euch ein schönes Plätzchen, springt von den Felsen ins Wasser und verpasst auf GAR KEINEN Fall einen Sundowner im Restaurang „Backficka“ auf dem Steg unten am Gästehafen.

Lecker Essen und Trinken mit Blick auf dümpelnde Segelboote, in der Hauptsaison gibt’s mehrmals die Woche Livemusik und einen 1A-Sonnenuntergang gratis dazu!
Schärenleben at its best!

So, Ihr Lieben, man soll ja bekanntlich aufhören wenn’s am schönsten ist, und wir haben mittlerweile Halbzeit und en so ziemlich nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht.
Deswegen unterbrechen wir unseren kleinen Roadtrip auch an dieser Stelle, machen eine kleine Pause und dann geht’s weiter mit unseren Westküsten-Highlights.
Ich hoffe, Ihr seid dann alle wieder mit an Bord,  ich schmeiss‘ auch ’ne Runde Zimtschnecken!

bis dahin, hejda & habt’s hübsch,

Britta

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare bei „Schweden-Roadtrip, part I: der wilde Osten“

  1. Eine Zimtschnecke nehme ich gerne! Wow, was ein toller Roadtrip! Schweden, Sommer, hach perfekt! Wir wollen auch am liebsten zurück und vermissen den Norden trotz intensiver 50 Tage Roadtrip jetzt schon total! Weiterhin eine gute Reise für euch!

    1. 50 tage Roadtrip, was für ein Traum! Und für mich gibt’s auch echt nichts Schöneres als ein Sommer in Schweden. Wobei dieser natürlich auch wettertechnisch legendär war… Hab_ Einen schönen Wochenstart, ich kümmer‘ mich dann mal um Zimtschnecken und den zweiten Teil unseres Reiseberichtes! herzliche Grüße von der Förde, Britta

  2. […] auf einen ihrer Artikel gestossen und habe mich festgelesen. Ich fing also an zu lesen über eine Reise durch Schweden und stellte fest, dass sie und ihr Mann in einem Bulli unterwegs sind. Auf meine Anfrage nach einem […]

  3. […] ihrer Artikel gestossen und habe mich festgelesen. Gebannt stöberte ich auf der Seite bis einer Reise durch Schweden und stellte fest, dass sie und ihr Mann im Campingbus, einem Bulli VW T2  unterwegs sind. Auf […]

Schreibe einen Kommentar