Tschüss Januar: m(ein) Monatsrückblick

Und zack, da ist er auch schon wieder rum, der erste Monat des neuen Jahres. Viele Ereignisse, Erkenntnisse und irgendwie aber doch nicht wirlich viel Neues. Ein großes Hin- und Her in der Coronapolitik und der Pandemiebekämpfung. Das Hick-Hack um den Impfstoff, immer irgendwo zwischen großen Erwartungen, Bangen und Enttäuschung. Die Angst vor Mutationen und einer befürchteten dritten Welle, die Dauerdiskussion um einen wie auch immer gearteten Lockdown (und hier kann ich nur immer wieder betonen, wie froh ich bin, große Kinder zu haben. Auch wenn Hybridstudium sicher nicht der Knaller ist, muss ich mich zumindest mit dem Thema Homeschooling nicht befassen und ich ziehe wirklich meinen Hut vor all den Familien, die das mal so eben nebenbei noch mit rocken). Die angespannte Wirtschaftslage und die vielen Existenzen, die da dran hängen. Das große Vermissen, von „echten“ Begegnungen, Berührungen und sozialer Interaktion. Die beste Freundin in den Arm nehmen zu dürfen. Einfach mal wieder auf einen Latte Macchiato ins Lieblingscafe, zum Sport oder ins Theater gehen. Reisen. Pläne machen. All das scheint in so weiter Ferne – und ein Licht am Ende des Tunnels ist auch nicht wirklich in Sicht.

Ein kleiner Rückblick auf meinen Januar, in dem zwar viel aber auch irgendwie gar nichts passiert ist. Und so unspektakulär, dass es heute nicht mal schöne Bilder gibt.

#Machtwechsel in Amerika: zwischen Hoffen und Bangen

Kein Monatsrückblick ohne Blick über den großen Teich. Mit großem Entsetzen und Fassungslosigkeit haben wir mit dem Sturm auf das Kapitol sowohl einen der wohl schwärzesten Tage der politischen Geschichte Amerikas verfolgt, aber zwei Wochen später mit der Vereidigung von Joe Biden und Kamala Harris auch einen sehr hoffnungsvollen. Ein Lichtstreif am Horizont der Demokratie und der Freiheit? Ich gestehe, ich hab‘ hier vorm Fernseher mehr als nur eine Träne verdrückt – vor Erleichterung, dass am Ende vielleicht doch alles gut wird. Und was für eine Show haben bitte die beteiligten Ladys abgeliefert? Allen voran natürlich Harris, die als erste Schwarze Frau und Vizepräsidentin in die Geschichte eingeht, über Lady Gaga, die die Nationalhymne ins nicht vorhandene Publikum schmettert bis hin zu der jungen Dichterin Amanda Gorman, meinem heimlichen Star der Inaugurationsfeier.

The new dawn blooms as we free it.
For there is always light, if only we’re brave enough to see it.
If only we’re brave enough to be it.

Amanda Gorman

Starke Worte. Worte, die Mut machen. Und auch wenn die Aufgabe, das amerikanische Volk zu einen, alles andere leicht wird: ich bin so, so froh, dass im weißen Haus im wahrsten Sinne des Wortes erstmal wieder Vernunft, Menschlichkeit und Empathie regieren.

#time to shine: meine neue Yogaroutine

Auch der Januar stand natürlich wieder ganz im Zeichen der Challenges: Aufräumen, Abnehmen, Clean Eating, kein Alkohol, kreativer im Business- kein Blick in Social Media, ohne dass an jeder Ecke eine neue Challenge aufgeploppt ist. Und wo ich mir eigentlich geschworen hatte, keine mehr mitzumachen. Vielleicht ging es auch nur mir so, oder ist der momentanen Dauerpräsenz in der virtuellen Welt geschuldet: aber ich war definitiv „überchallenged“. Hatte ständig das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich nicht akribisch und monkmäßig alles brav abarbeite und bin dabei immer Gefahr gelaufen, mich zu verzetteln.
Eine Ausnahme hab‘ ich im Januar gemacht, und zwar für Mady Morrison und die 30-tägige Yoga-Challenge „Time to shine„. Hieß im Klartext: jeden Morgen aus dem Bett und erstmal ab auf die Yogamatte. Großartig – und endlich hab‘ ich mal brav 30 verschiedene Mady-Programme durchgeturnt. Meine morgendliche Yoga-Routine hab‘ ich mittlerweile so richtig lieben gelernt und werde definitiv versuchen, sie auch beizubehalten. Fragt mich aber gerne nochmal in 1-2 Monaten…

#Mealplanning: supersmart oder megaspießig?

Noch etwas habe ich im Januar eingeführt. Etwas, von dem ich noch nicht genau weiß, ob ich’s megaspießig finden soll oder einfach nur clever: Einen Mealplan! So oft schon gesehen, für mich bisher aber immer strikt abgelehnt. Fakt ist, er erleichtert mir das Leben ungemein, besonders jetzt in Corona-Zeiten, wo das Einkaufswagen-Ballett unter AHA-Bedingungen NICHT wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt.
Und es funktioniert super: ich mache jetzt einen Plan für die komplette Woche, ein Tag bleibt dabei immer frei für „auswärts zuhause“ (da bleibt die Küche kalt & wir holen irgendwo was). Dh. ich überlege mir die Gerichte, schreibe einen Einkaufszettel (und hab‘ ihn dann idealerweise auch dabei – meine größte Herausforderung!)) und kaufe danach ein. Ein paar frische Lebensmittel hole ich zwischendurch auf dem Markt. Ey, wieviel wertvolle Lebenszeit spart man bitte, wenn man NICHT jeden Tag neu anfängt zu grübeln, was auf den Tisch kommt – nur um dann festzustellen, dass für Gericht XY doch wieder eine entscheidende Zutat fehlt?
Lustigerweise essen wir dadurch viel abwechslungsreicher, und probieren auch viel eher neue Rezepte aus. Was vor lauter Bequemlichkeit sonst ja gerne mal auf der Strecke bleibt. Mal gucken, wie lange ich DAS durchhalte. Ich werde berichten.

#Das Wandern ist des Müllers Lust…

Ich bin zwar immer viel mit dem Hund draussen unterwegs, aber SOVIEL wie in diesem Monat bin ich glaub‘ ich noch nie spazierengegangen. Und das auch immer gerne mit wechselnden Dates (und natürlich dem gebührenden Abstand). Statt zum Käffchen, Vino oder Bummeln, wird sich jetzt eben zum Spazierengehen verabredet. Aus der Not eine Tugend machen, und so ist zumindest ein Mindestmaß an sozialem Leben möglich und Bewegung an der frischen Luft hilft ja bekanntlich gegen Vieles.

#gelesen, gesehen, gehört

Nachdem ich im Dezember mental echt ein wenig am Limit gelaufen bin, und das auch erst im Rückblick so richtig gemerkt habe, hab‘ ich den Januar ein wenig ruhiger angehen lassen. Stillsitzen ist sonst nicht so unbedingt meins, aber mit Buch, Strickzeug und Netflix auf dem Sofa ging’s dann doch ganz gut. Und das ganze ja auch immer noch in dem guten Gefühl, sich coronakonform zu verhalten.

Top 1 in der Rubrik „gesehen„: natürlich ganz klar „Bridgerton„. Und mittlerweile gibt’s vermutlich auch niemanden mehr, der die Netflix-Romanze um den heißen Herzog noch nicht gesuchtet hat. Oder? ODER?
Ich gebe zu, ich brauchte so 10 Minuten, um reinzukommen, aber dann hatten sie mich.
Das einzig Negative: die Serie ist viiiieel zu schnell vorbei. In Angesicht der lockdownbedingten Tristesse meines eigenen sozialen Lebens hätte ich mich nämlich gerne noch ein wenig länger in der mondänen Gesellschaft Londons verlustiert. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: die nächste Staffel ist bereits in Planung und ich weiß jetzt schon, wer dann wieder vorm Fernseher mitschmachtet!
Lustigerweise soll die Serie angeblich auch direkt einen Modetrend ausgelöst haben, den sogenannten „Regencycore„. Heißt es nun bald auf Wiedersehen Jogginghosen & hallo Empire-Kleider, Federboa und viel Bling-Bling aufm Kopp? Den Karl würd’s vermutlich freuen. Und ICH sehe mich schon hoch erhobenen Hauptes in eisblauem Tüll zwischen Schreibtisch und Kaffeemaschine auf- und ab flanieren…

Eine zweite Serie, die wir ebenfalls gebingewatched haben, ist „Years and Years“ . Die zentrale Frage: Wie verändert sich das Leben einer Familie in den nächsten 20 Jahren, wenn um sie herum Leben und Gesellschaft aus den Fugen geraten? Ein Blick in die nicht allzu ferne Zukunft, wie unser Leben in Zukunft aussehen könnte, unter Einfluss diverser Faktoren wie Klima- und Wirtschaftskrisen, Migrationsproblematik und technologischem Fortschritt. Ebenfalls eine Kurzserie ( 6 Folgen) in der ARD-Mediathek, zum Teil erschreckend real und mit einer fantastischen Emma Thompson als populistische und machtgierige Politikerin Vivienne Rook. Auch absolute Guck-Empfehlung!

Gelesen wurde natürlich auch. Nachdem ich im letzten Jahr die #50bookschallenge für mich entdeckt habe, starte ich dieses Jahr etwas gemächlicher mit diesen #12für21. Einiges neues ist dabei, und einiges, was hier schon ein wenig länger liegt. Erste absolute Leseempfehlung von mir für Euch: „Norden“ von Sien Volders. Ein Roman, irgendwo angesiedelt zwischen Künstlergeschichte und Liebesdrama, über das Weglaufen und Sich-Finden. Über Liebe, Einsamkeit und die raue Kraft & Magie der Natur im hohen Norden Kanadas und fantastisch geschrieben.
Auch hier hoffe ich auf eine baldige Übersetzung des zweiten Buches der Autorin: „Oogst“ gibt’s bisher nämlich nur auf niederländisch.

Gehört hab‘ ich gar nicht so viel. Nachdem ich meine Lieblingsplaylisten im Dezember in Dauerschleife laufen hatte, war es hier im Januar vergleichsweise still. Dringend Zeit, dass mal wieder zu ändern.

#was sonst so passiert ist:

-noch eine gute Nachricht für alle Serienfans: „Sex and the City“ (quasi das Bridgerton der Nullerjahre) geht in die Fortsetzung, was sicher nicht nur mich freut. Wenn auch ohne Samantha (bitte????) dafür aber hoffentlich mit dem smarten Mr. Big.

-Disney Pixar hat auch einen neuen Film gedreht, und zwar den ersten, bei dem ein Afroamerikaner im Mittelpunkt steht: Joe Gardner, Hauptfigur in „Soul“ ist Musiklehrer und verkappter Jazzpianist. Den Film gibt’s zwar erst im Herbst zu sehen, aber die Filmmusik von Jon Baptiste ist jetzt schon auf Spotify und der Titelsong ein absolutes gute-Laune-Stück. Außerdem ein weiterer wichtiger SChritt, die PLuralität unserer Gesellschaft abzubilden. In allen Bereichen.

-und dann war da noch … achja: CLUBHOUSE .. Die App über die alle Welt spricht. Wie ist es bei Euch? Seid Ihr auch schon infiziert? Ich gebe zu, ich bin ja anfänglich bei solchen Dingen schnell begeisterungsfähig. Auch bei Clubhouse, allerdings ist meine Anfangseuphorie ob dieses neuen Kommunikationstools recht schnell in Skepsis umgeschlagen. Abgesehen davon, dass es nämlich gar nicht für jeden zugänglich ist (huiii, wie exkklusiv: Clubhouse funktioniert nur auf dem I-Phone und mit Einladung), frage ich mich zweitens, wo bitteschön die ganzen Leute sind, die beim Thema Datenschutz immer als allererstes den Arm heben? Clubhouse schneidet Gespräche mit und bedient sich fleißig der Kontaktdaten, die wir auf unseren Handys gespeichert haben… für mich zumindest eine sehr fragwürdige Praxis. Darüber hinaus, bezweifele ich auch, inwieweit riesenhaft aufgeblasene Chatrooms einer wirklichen Verständigung untereinander dienen (können) oder ob sie nicht einfach nur eine (neue) und vor allem megagehypte Bühne sind für Phrasendrescherei und Despektierlichkeiten, im Rahmen eines vermeintlich privaten Gespräches. Und was die Macht sozialer Medien auslösen kann, haben wir in Amerika ja grade erleben müssen. Man muss nicht auf jeder Bühne tanzen, hat meine Oma immer gesagt. Und ich glaub‘, diese Party findet ohne mich statt. Schreibt mir aber gerne mal eure Meinung in die Kommentare, finde es sehr spannend, auch andere Meinungen dazu zu hören.

#learning des Monats: „Trust the process“

Abschließen möchte ich meinen Monatsrückblick mit einer Rubrik, die hier ab sofort sicherlich häufiger auftauchen wird: meinem Learning des Monats. Dinge, die ich für mich festgestellt habe, die mich weiter- oder vielleicht auch einfach nur zum Nachdenken gebracht haben. Ernst, lustig, ehrlich, und immer mitten aus meinem Leben gegriffen.
Geduld gehört nicht unbedingt zu meinen Kernkompetenzen, und wenn ich mir irgendetwas in den Kopf gesetzt habe, kann ich schon mal dran verzweifeln, wenn’s nicht gleich so passiert, wie ich’s gerne hätte. Auszuhalten, dass Dinge vielleicht auch manchmal in ihrem eigenen Tempo passieren und/oder einfach Zeit brauchen, fällt mir jedenfalls schwer. Umso schöner, wenn das Vertrauen dann schlussendlich doch belohnt wird …
Hier ist in den vergangenen Wochen viel im Hintergrund abgelaufen, über das ich Euch hoffentlich bald schon mehr berichten kann. Und deswegen: Trust the process!

#Ausblick: : Hallo Februar …

Neues Spiel, neues Glück. Neuer Monat, neuer Anfang. Schön wär’s.
So richtig dran glauben kann ich allerdings nicht. Und deswegen starte ich auch ohne große Erwartungen in einen Monat, der selbst in Normalzeiten für mich der ist, den ich am ALLERWENIGSTEN mag.
Aber vielleicht ist das auch grad die Chance, ihn zu einem guten werden zu lassen. Potential ist definitiv da, also bitte lieber Februar: Hau‘ rein!

Euch wünsche ich ebenfalls einen fabulösen Februar. Nicht verzweifeln, gesund bleiben und immer dran denken „we’re all in this together„.
Achja, und wer noch einen ultimativen Netflix-Tipp hat, immer her damit. Gerne etwas, wozu ich mein Bridgertonkleid in den eigenen Hallen ausführen kann…

bis zum nächsten Mal und habt’s hübsch
Eure Britta

2 Kommentare bei „Tschüss Januar: m(ein) Monatsrückblick“

  1. „und hab‘ ihn dann idealerweise auch dabei – meine größte Herausforderung!“ <- den Einkaufszettel

    Versuch's mal mit der "Shopping List" App, ist privacy friendly und ich liiiiiebe sie 😊. Guuut, das Handy sollte man dabeihaben …

    1. hallo Bee, danke für den Tipp, das klingt sehr gut. Werde ich ausprobieren… Meine Freundin fotografiert ihren Einkaufszettel immer einmal kurz ab, aber selbst daran denke ich nicht … Hab‘ ein schönes Wochenende, glg von Britta

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