Auf ein Neues im November: (m)ein Monatsrückblick

Endspurt, Ihr Lieben! Der ungeliebte November ist jetzt auch Geschichte und um es mit Wolfgang Schäuble zu sagen „es isch wie es isch und jetzt isch over“. Das gilt glücklicherweise nicht nur für den November sondern auch für die Präsidentschaft Donald Trumps und alsbald hoffentlich auch für die AfD. Ihre Selbst-Demontage haben sie ja bereits erfolgreich eingeleitet.
Wer hätte also am Anfang gedacht, welche Dynamik & welchen Spannungsverlauf ein so schnöder Monat noch bekommen sollte.
Aber von Anfang an:

#Corona-Alltag November 2020

Freudlos heruntergedimmter Corona-Alltag, Leben mit angezogener Handbremse und das Ganze an tristem Novembergrau. OHNE Aussicht auf einen leichten Glühwein-Glimmer auf dem Weihnachtsmarkt oder fröhliches Weihnachtswichteln mit den Besties. Keine optimalen Startbedingungen, um zu einem tollen Monat zu werden, da sind wir uns glaub‘ ich alle einig. Nun denn. Winterschlaf wäre eine mögliche Option gewesen, die zweite, sich der Situation zu stellen und das Beste draus zu machen. Einmal mehr, und etwas, worin wir ja mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt haben sollten. Ich mag es ja immer gerne, mich (und meinen Kopf) ein bisschen herauszufordern. Stichwort „pimping the mind“ und so hab‘ ich mich in den letzten Wochen ein wenig mit dem Thema Resilienz auseinandergesetzt. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und bezeichnet die Spannbarkeit bestimmter Materialien. In der Psychologie wird damit die Fähigkeit beschrieben, emotionale und psychische Belastungssituationen (einigermaßen) unbeschadet zu überstehen und bestenfalls sogar noch gestärkt daraus hervorzugehen. Resilienz ist somit so etwas wie das Immunsystem unserer Seele. Soweit die Theorie. Aber wie gelingt uns das? Wie kommt es, dass einige Menschen die momentanen Einschränkungen deutlich besser wegstecken als andere?
Das Gute: Resilienz ist – wie ein Muskel – trainierbar. Achtsamkeit, Akzeptanz aber auch ein positives Mindset sind dabei wichtige Werkzeuge für den Aufbau einer persönlichen Resilienzstrategie.
Fakt ist zwar, dass Corona unseren Alltag auf den Kopf gestellt und damit auch die Planbarkeit unseres Lebens geschreddert hat. Vieles ist nicht mehr möglich und Unsicherheit macht per se erstmal Angst.
Daran ändert auch die Resilienz nichts, aber der entscheidende Unterschied liegt eben darin, WIE wir die Situation bewerten. Nehmen wir sie als bloßen Verlust war und geraten so in einen Strudel aus negativen Empfindungen, oder schaffen wir es, sie vielleicht auch als Chance zu begreifen?
Nutzen wir doch freigewordene Zeitfenster für schöne Dinge – das nährt die Seele und hilft uns gleichzeitig, unsere Widerstandskräfte zu stärken …
Für mich ist ja das Backen zu so etwas wie Meditation geworden: und so hab mich in diesem Jahr volle Elle in Plätzchen, Stollen & Co. gestürzt, mein Haus war zu diesem (für mich) frühen Zeitpunkt noch nie so weihnachtlich geschmückt und einen neuen Pullover hab‘ ich auch schon auf den Nadeln.

#Amerika-Wahl oder Schluß mit lustig

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: ich glaub, ich habe noch NIE in meinem ganzen Leben bei irgendeiner politischen Entscheidung SO SEHR mitgefiebert wie bei dieser Präsidentschaftswahl: und bei aller Freude und Erleichterung, dass der Kasper nun doch aus seinem Bällebad ausziehen muss, bleibt ein bitterer Beigeschmack. Immerhin haben sich fast die Hälfte aller Amerikaner*innen in vollem Bewusstsein FÜR einen Präsidenten Trump entschieden, und damit für eine reaktionäre, diktatorische undemokratische, rassistische und menschenverachtende Politik. Im Jahre 2020 . Ganz ehrlich? Mir macht das Angst. Und zeigt wohl mehr als deutlich, wie gespalten die amerikanische Gesellschaft ist und welch schwere Bürde Joe Biden mit dem weißen Haus übernimmt.

#Adventskalendervergnügen

Der November steht hier auch immer im Zeichen unseres Adventskalendervergnügens. Ist ja nicht so, dass man nicht ein ganzes Jahr Zeit gehabt hätte, sich zumindest schon mal Gedanken über mögliche Präsente zu machen bzw. den einen oder anderen Prototypen auf seine Tauglichkeit zu prüfen. So kommt dann der November und damit das Abgabedatum doch immer wieder SEHR plötzlich.
Dazu kommt, dass wir unsere Messlatte in den vergangenen Jahren selber ganz schön hoch gelegt haben, was die Entscheidungsfindung auch nicht unbedingt erleichtert… Nun denn. Natürlich hat es aber auch in diesem Jahr geklappt und irgendwas Gutes muss der Lockdown dann ja auch haben. Ich verrate Euch an dieser Stelle natürlich NICHT, was in diesem Jahr in MEINEN Päckchen ist. Aber ich hol’s nach, versprochen: und Ihr könnt Euch am 11. und am 19. schon mal auf einen kleinen DIY-Post freuen…

Was ich aber unbedingt erwähnen möchte: Wir haben uns in diesem Jahr mit unserem Adventskalender nicht nur selber eine Freude gemacht, sondern wollten diese Freude teilen. So ist ein zusätzlicher Kalender entstanden, den wir für einen guten Zweck versteigert haben. Ich bin immer noch ganz sprachlos ob der unglaublichen Resonanz, denn wir haben stolze 2500,- an Spenden eingesammelt. Diese kommen jetzt dem Schleswig-Holsteiner Verein Team Doppelpass zugute, der schwerkranken Kindern Herzenswünsche erfüllt.

Achja, und eine glückliche Gewinnerin haben wir natürlich auch, und hoffen, dass sie genau soviel Freude an unseren Päckchen hat wie wir!

So sieht er also aus, der diesjährige Kalender. Und bevor jemand fragt: Ja-zumindest die groben Verpackungsrichtlinien waren so mit das Erste, worauf wir uns verständigt haben. Deswegen ist es mit dem reinen Basteln/Werkeln/ Handarbeiten/Kochen & Backen natürlich auch längst nicht getan. Ihr ahnt es vielleicht: Es braucht dann noch mindestens eine Extraschicht, bis das Ganze dann auch ansprechend & hübsch verpackt ist.

Und weil ich schon mal dabei war, hab‘ ich Euch auf dem Blog noch gleich einen Post dazu dagelassen: 7 Ideen, wie Ihr Eure Geschenke in diesem Jahr schön und trotzdem nachhaltig verpacken könnt. Stoff, Milchtüten, alte Zeitungen: auch in eurem Haushalt findet sich garantiert Einiges, woraus ihr hübsche Verpackungen zaubern könnt! Guckt also gerne mal rein.

#Binge-Watching: Netflix, Weihnachtsfilme & Co.

Und womit vertreibt man sich die Zeit, während man so vor sich hinwerkelt, packt und räumt? Klar, mit Netflix. Und so wurde in diesem Monat auch endlich mal wieder nach Herzenslust gebingewatched. Geht im usseligen November aber auch irgendwie besser als im Frühling, zumindest bei mir. „A Queens Gambit“ hat hier meinen Packmarathon begleitet und die Serie kann ich Euch echt ans Herz legen. Ihr interessiert Euch nicht für Schach und habt auch keinen blassen Schimmer? Perfekt, das sind die besten Voraussetzungen. So gings mir nämlich auch, und trotzdem hat mich die Geschichte sofort gekriegt. Und solltet Ihr jemals wieder in Eurem Leben auf einer Party krampfhaft nach einem intelligenten Smalltalk-Thema suchen (Party? Was war das noch gleich???), parliert ihr nach dem Genuss dieser Serie ganz flüssig über die unterschiedlichsten Eröffnungsvarianten einer Schachpartie, ich schwör’s!
Durchgesuchtet haben wir natürlich auch schon die vierte Staffel „The Crown“ und ich fand‘ sie großartig. Hier gibt’s das ganze Drama um Charles & Diana, und hey, damit sind wir schließlich aufgewachsen, oder? Ich kann mich zumindest noch ziemlich genau daran erinnern, wie ich anlässlich der Hochzeit mit meiner Großmutter vor unserem kleinen tragbaren Fernseher geklebt habe, um ja kein Detail des royalen Spektakels zu verpassen. Und nebenbei ist nicht nur Emma Corrin, die die Diana verkörpert, eine brillante Schauspielerin, mindestens genauso großartig finde ich Gillian Anderson als eiserne Lady. Also auch absolute Guck-Empfehlung! Und wer die ersten Staffeln nicht gesehen hat: nicht so schlimm. man kann auch ganz wunderbar bei der vierten noch einsteigen…

Momentan habe ich „Emily in Paris“ am Wickel. Herrlich zum Abschalten, so etwas wie eine europäische Mischung aus „Sex in the city“ und „Der Teufel trägt Prada“. Und dann wird’s ja auch dringend Zeit sich um die Weihnachtsfilme und -serien zu kümmern.
Wer mir dazu noch eine kleine Empfehlung hierlassen möchte – sehr gerne! Freue mich immer über Tipps!

#Weihnachtsbäckerei

Weihnachten in Bloggerhausen beginnt ja bekanntlichermaßen immer schon recht früh. Nicht so bei mir. Zumindest nicht in „normalen“ Zeiten. Meist gibt’s hier nämlich erst kurz vor knapp (sprich: kurz vorm vierten Advent) noch die zwei bis drei obligatorischen Plätzchensorten, zu denen mich mein eigener Weihnachtsperfektionismus zwingt und das war’s dann auch . Aber was kst in diesemJahr schon normal?

„Was mir am Lockdown bisher ganz gut gefällt: Es gibt dieses Mal keinen Brotbackdruck!“

gefunden auf Twitter


Einer meiner Lieblings-Twittersprüche im November. Und weil Backen ja aber bekanntlich Therapie und Teil meiner Resilienz-Strategie ist, hab ich meine freien Kapazitäten einfach in die Weihnachtsbäckerei gesteckt: Weihnachts-Cantuccini, Lebkuchen-Brownies, Macadamia-Shortbread und der wohl schnellste und fluffigste Quarkstollen ever sind hier bereits aus dem Ofen (und zum Teil auch direkt auf den Blog) gehüpft. Seele und Magen sind happy, und um die Figur kümmern wir uns dann einfach später. First things first.

Und sonst so?

#Perlen aus dem worldwideweb: meine besten Netzfunde im November:

Halten wir mal fest: wer viel im Netz unterwegs ist, stößt auch auf viele spannende Dinge. Und einige davon finde ich so großartig, dass ich sie Euch einfach nicht vorenthalten möchte:

-Es gibt endlich eine LEGO-Sesamstraße. Und ich zerbreche mir schon die ganze Zeit den Kopf, wer sich darüber wohl freuen könnte… denn mal Hände hoch, wessen Sozialisation NICHT von Ernie, Bert & Co geprägt waren
-Im Gegensatz zum hohen Kulturgut der Sesamstraße und ihrer Bewohner, wohl eher abzubuchen unter Dinge, die die Welt nicht braucht: es gibt sogenannte „Kissendüfte“, sprich Einschlafsprays, die nach bestimmten Stars riechen. Also wer schon mal immer mal mit Harry Styles einschlafen wollte, oder sich gefragt hat, wie Jennifer Aniston wohl riecht (Spoiler: nach Orangenblüten & Lilien), ich könnte Euch jetzt verraten, wo es so etwas gibt…

Hallo Dezember: ein Ausblick…

Nicht viel Neues im Dezember. Wir bleiben für’s erste „lockdownisiert“ und ich hoffe mal ganz stark, dass die Fallzahlen weiter nach unten gehen, und wir auch durch diese Corona-Welle mit einem blauen Auge schlittern.
Wie wir es uns im Dezember trotzdem schön machen, auch wenn liebgewordenen Rituale in diesem Jahr ausfallen müssen, darüber hab‘ ich hier schon was geschrieben: 24 Dinge für eine unvergessliche Vorweihnachtszeit. Guckt gerne mal rein, vielleicht findet Ihr da ja auch noch die ein oder andere Idee. Getreu dem Motto:
LET’S MAKE IT A DECEMBER TO REMEMBER!
Trotz Corona, oder vielleicht auch grade deswegen.

Achja, und für einen leichten Weihnachtsmarkt-Glimmer auch in der Home-Edition, gibt’s hier noch ein schnelles Rezept für Euch:

#Glühgin: weniger klebrig, mehr Wumms

Ich glaub‘ ich war noch nie so froh über meine Terrasse wie in diesem Winter. Bietet sie doch zumindest die Chance auf ein paar ausgewählte Sozialkontakte (natürlicher unter Einhaltung sämtlicher AHAL- und sonstigen Massnahmen). Und bei sinkenden Temperaturen natürlich gene mit einem leckeren Heißgetränk. Glögg, Glühwein, Punsch – die Möglichkeiten sind zahlreich. Und um hier ein Abwechslung ins Spiel, äähh in den Becher zu bringen, gibt’s nach heißem Hugo und Hot Aperol natürlich auch den Gin Tonic in einer Wintervariante. Den sogenannten Glüh-Gin. Nicht ganz neu, ich weiß, aber definitiv meine Entdeckung des Winters und bestes Getränk, um sich am späten Nachmittag leicht einen anzusäuseln…
Kennt Ihr Glüh-Gin? Ich find’s sehr lecker: Herber und würziger als herkömmlicher Glühwein durch die Ingwernote und deutlich weniger süß: und dadurch, dass man den Gin ja nach Belieben dosieren kann, und sonst kein Alkohol drin ist, steigt er einem nach meinem Empfinden auch nicht so schnell in den Kopf. Da geht problemlos auch noch ein zweiter oder dritter Becher – natürlich nur gegen die Kälte! Ist klar, oder?

Glühgin: so wird’s gemacht (ergibt 3-4 Becher)

1 Liter Gingerbeer und Apfelsaft (ungefähr zu gleichen Teilen) mischen und mit Gewürzen erhitzen (bei mir waren es eine Zimtstange & eine Handvoll Nelken und Sternanis) und ca. 15 Minuten ziehen lassen.
Dann den Gin hinzugeben (je nachdem wieviel WUMMS ihr wollt: ich hab‘ auf einen Liter ca. 6cl genommen) und mit frisch gepresstem Orangensaft verfeinern. Für die Optik vielleicht noch ein Orangen- oder Zitronenscheibchen mit in den Becher geben. Cheers!

So. Und dafür, dass ich dachte, im November sei so rein gar nichts passiert, ist es dann ja doch noch ein ganz schön langer Text geworden.
Und dann lasst uns jetzt gemeinsam hoffen, dass im Dezember vielleicht schon die ersten erfolgreichen Impfungen durchgeführt werden können und der Spuk irgendwann ein Ende nimmt.

Und jetzt – lasset die Dezember-) Spiele beginnen!
Passt auf Euch auf, bleibt gesund, genießt diese etwas andere Vorweihnachtszeit und nehmt die Dinge, wie sie sind!

Habt’s hübsch,

Eure Britta

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