Oh,Oktober: (m)ein Monatsrückblick

Oh, Oktober – was für ein Wechselbad der Gefühle. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Ich glaub‘, es gab lange keinen Monat, an dem ich die komplette Gefühlsrange so ausgenutzt habe.
Und immer noch komme ich mir, kommt mir unser Leben in manchen Momenten vor wie eine unfreiwillige Achterbahnfahrt. Kopfüber im freien Fall oder steil nach oben – alles ist drin und kann sich in Sekundenbruchteilen wieder ändern.
Wobei wir auch schon mittendrin drin sind im Thema.

„Alles Scheisse, deine Elli“ oder Corona, die zweite!

„Alles auf Anfang, gehen Sie nicht über Los, ziehe Sie keine 4.000 Mark ein“ -so ähnlich hat sich für mich die Entwicklung der letzten 3 Wochen angefühlt. Einmal wieder zurückgebeamt in den März. Corona hat uns wieder fest im Griff und der zweite Lockdown steht vor der Tür. Ob wir wollen oder nicht, ob wir krampfhaft versuchen, uns an einem letzten Stück Normalität festzuhalten oder uns dem Unausweichlichem fügen.
Mich hat das die letzten Wochen ziemlich beschäftigt und auch teilweise echt fertiggemacht. Und das sage ich auch ganz laut und deutlich. Die Komplexität dieser ganzen Situation, die ja weit darüber hinaus geht, dass man momentan vielleicht auf Reisen oder Restaurantbesuche verzichtet, macht mir ziemlich zu schaffen. Was passiert durch diese Pandemie eigentlich mit uns Menschen als soziale Wesen? Was passiert mit unserer Welt? Fallen wir von einer globalen Gesellschaft wieder zurück in die kleinstaatliche Abschotterei? Viele Fragen. Und leider sehr wenige Antworten.

Corona-Mimimi oder „It’s okay, not to be okay“

„It’s ok not be ok“ oder vom Recht aufs Traurigsein: Einen der besten Posts zu diesem Thema hat Nic aka Luzia Pimpinella geschrieben, den ich Euch nur dringendst ans Herz legen kann. Besser kann man es nicht in Worte fassen und Nic schreibt mir aus der Seele. Für Gefühle kann man nichts, sie sind nicht validierbar, sondern manchmal einfach nur da. Und das ist auch völlig okay. Ob der Zeitpunkt nun passt, ob es den Mitmenschen gefällt oder „ob es einem überhaupt zusteht“, traurig zu sein. Niemand hat das Recht, sie zu bewerten oder gar zu verurteilen.

Wir leben grade in einer echt weirden Zeit und jeder geht anders damit um. Jeder vermisst andere Dinge und jeder verabschiedet sich irgendwo auch von Plänen, Wünschen und Vorstellungen für die nähere Zukunft. Klammheimlich und jeden Tag ein Stückchen mehr.
Geplatzte Träume, auch wenn sie nicht existenzbedrohend sind, aber trotzdem immer einen kleinen Stich geben. Solange, bis das Maß voll ist und es manchmal eben nur noch den berühmten Tropfen braucht.
Ich weiß selber, dass es mir „eigentlich“ gut geht und ich vermutlich ziemlich privilegiert durch die Welt stolpere. An guten Tagen hilft mir das auch enorm und ich kann ziemlich viele Dinge annehmen. Aber wie bei wahrscheinlich jedem anderen auch, nicht jeder Tag flutscht gleich gut und es gibt sie eben auch, diese anderen Tage.

So, das musste mal raus. Weiter also im Text. Was ist noch passiert?
Ehrlicherweise nicht wirklich viel. Aus Gründen.

#What’s your Story? Workshop Storytelling bei Katrin Rembold

Workshop, die Zweite: in manchen Bereichen funktioniert das Timing dann allerdings auch noch. Gefühlt am letzten Tag, bevor in NRW die Coronazahlen fast flächendeckend über den kritischen Wert geklettert sind, hab‘ ich es noch zum Workshop Storytelling bei Katrin Rembold in ihr entzückendes Textbüro geschafft.
Nachdem der erste Versuch im April ja bereits „The big C“ zum Opfer gefallen ist, hab‘ ich mich umso mehr gefreut, dass es jetzt geklappt hat und wir hatten einen wirklich tollen und produktiven Tag. Schön zu sehen, dass man manchmal gar nicht so kompliziert denken muss, wie man’s tut, sondern den Dingen Worten auch einfach mal ihren Lauf lassen sollte…


Und apropos Story: auch eine schöne Geschichte die das Leben schreibt und mal wieder beweist, dass das Internet doch nicht so anonym ist wie man denkt: Ganz abgesehen von dem Workshop, hat es mich nämlich total gefreut, Katrin endlich mal „in echt“ kennenzulernen. Face to Face ist ja doch immer noch was anderes und ich freue mich jetzt schon auf das nächste gemeinsame Glas Wein, wann und wo auch immer…

#komische Tage in der „Stadt mit K“

Komische Überschrift, ich weiß. Aber irgendwie hat es sich für mich genauso angefühlt. Vom Norden Schleswig-Holsteins ist ja so ziemlich jeder andere Ort in Deutschland eine Weltreise. Und so war mein ausgeklügelter Plan, in Anschluss an den Workshop noch ein par Tage bei dem großen Kind in Köln zu verbringen.
Aber Stichwort Timing: Just in dem Moment als ich in Köln aus dem Zug stieg, wurde K zum Risikogebiet erklärt. Nicht dass ich vorhatte, die dortige Partyszene aufzumischen, aber Vieles bekam plötzlich einen faden Beigeschmack. Und auch auf die Gefahr hin, dass einige jetzt wieder kommen mit first world problems: Ja! Verdammt! Steh‘ ich zu! Aber ich hatte mich nun mal richtig darauf gefreut, ein bisschen Großstadtluft zu schnuppern. Bummeln zu gehen, gemütlich Kaffee zu trinken, vielleicht die ein oder andere Ausstellung anzugucken und eine Lieblingsfreundin zu treffen, die ich wegen der Entfernung leider auch viel zu selten sehe.
So weit, so gut. Das meiste fühlte sich aber einfach nicht richtig an und ich hab’s deswegen gelassen Und auch wenn ich die Zeit mit meiner Tochter SEHR genossen habe: es war wieder so eine Situation, in der man einfach am liebsten zuhause wäre.
(Und wenn man sich anguckt, wie die Situation dort JETZT aussieht, hat mich mein Gefühl ja auch nicht unbedingt getrügt)

Sinnbildlich dazu dann auch das obligatorische Aufzug-Selfie aus dem 25hours-Hotel: diesmal in der Corona-Edition und brav mit Mundschutz!

#von Coffeedates und der Reaktivierung unseres Outdoor-Wohnzimmers

Um so mehr hab‘ ich jedes kleinere Treffen genossen. Einen schnellen Kaffee oder ein Glas Wein mit Freunden. Mit Abstand und am allerliebsten draußen im Freien.
Wir haben unsere Terrasse winterfertig gemacht, und die Loungeecke wintertauglich. Unsere Terrassenseite ist nämlich echt geschützt: und mit Heizstrahler und Schirm kann man es hier sogar im Winter draußen aushalten. Noch ein paar Felle für einen warmen Popo und ein paar Decken zum Einmummeln – so hoffe ich, dass wir zumindest mit ein paar sozialen Kontakten über den Winter und den anstehenden Lockdown kommen.
By the way – hat jemand ein schönes Glühwein-Rezept für mich?
Hab‘ das Gefühl, dass ein leckerer Punsch diesen Winter eventuell DAS Saisongetränk bei uns werden könnte, obwohl oder grade weil es dies Jahr wohl keine Weihnachtsmärkte geben wird.

#Weihnachtscountdown

Apropos. Ich weiß, ich hatte Euch da letzten Monat schon mal ganz dezent drauf hingewiesen, aber so langsam wird’s dann ja auch amtlich. Die ersten Weihnachtsposts für den Blog sind in Arbeit, ich habe sogar schon gebacken und mir ist eben siedenheiß eingefallen, dass ich in zwei Wochen 3×8 nette und vor allem selbstgemachte Geschenke parat haben muss für unseren Mädels-Adventskalender. Das ganze natürlich auch noch kreativ und geschmackvoll verpackt. Ist klar, oder?
Abgesehen davon, dass Türchen Nr. 1 zumindest schon mal in Arbeit ist, stehen die anderen Tage noch nicht einmal im Kopf. Ich fürchte, da ist noch einiges zu tun. Die eine andere Idee werde ich hier sicher noch mit Euch teilen, kann aber natürlich jetzt noch nicht zu viel verraten.

Macadamia Shortbread Cookies: köstliches Gebäck nicht nur für die Weihnachtszeit

Und was ist sonst so passiert?

Nicht wirklich relevant, aber ich bin grade etwas Internet-müde. Hab‘ gehofft, durch die #instagraminteriorchallenge wieder ein bisschen den Drive zu bekommen, aber eher das Gegenteil ist der Fall. Alles ist schön. Zu schön, zu perfekt, zumindest für mich. Manchmal. Nicht immer. Bitte nicht falsch verstehen. Ich hab‘ große Freude an schönen Bildern, ich liebe sie sogar sehr! Ich mag kuratierte Feeds und würde auch selber kein Bild posten, was NICHT meinen ästhetischen Ansprüchen genügt.
Und trotzdem. Ich scrolle mich so durch, poste ab und an mal was und hab‘ aber eher das Gefühl so nebenher zu laufen.

Aber hey, das ist ja grad das Schöne an diesem Business: alles kann und nichts muss:
Und deswegen hab‘ ich mich total über Euer Feedback zu meinem kleinen Blog-Gewinnspiel gefreut und ich hätte es Euch wirklich allen von Herzen gegönnt. Das Buch „Wild & Cosy“ ist wirklich toll, und vielleicht hat ja der/die Eine oder Andere noch etwas Platz auf dem Weihnachtswunschzettel. Es lohnt sich, und Dir, Claudia wünsche ich ganz viel Spaß mit deinem Gewinn. Lasse mich dann gerne mal von Dir bekochen…

#neu auf dem Blog

Gekocht wurde in diesem Monat hier nämlich nicht soviel. Habt ihr wahrscheinlich gemerkt, denn auch die Rezeptquickies auf dem Blog sind im Oktober (fast) ausgeblieben. Dafür hab‘ ich schon gebacken und ein altes Rezept reaktiviert : köstlichstes Macadamia-Shortbread (das Rezept findet ihr hier) und eine überaus leckere und herzhafte Fenchel-Quiche. Die habe ich Euch hier verbloggt. Guckt also gerne mal rein.

Herzhafte Fenchel-Quiche: schnelles Mittagessen oder perfekter Begleiter zu einem Glas Wein am Abend. Vegetarisch, unkompliziert und lecker. Einfaches Rezept.

Achja, und wohl dem der einen Quittenbaum im Garten hat. Oder alternativ einen Nachbarn mit Quittenbaum im Garten. Ich hab‘ jedenfalls wieder gehamstert und einen tollen Vorrat Quittengelee eingekocht. Das mögen hier nämlich alle, egal ob zum Frühstück, zu Käse oder aber auch gerne mal als süßer Sidekick zum Geschnetzelten.

Blitzrezept Quittengelee: einfach und schnell selbst gekocht!

Das Rezept ist easypeasy. Wenn man die Biester dann erstmal kleingekriegt hat und sie ein paar Stündchen im Entsafter vor sich hin geschmort haben.
Einfach 750 ml Quittensaft mit einem Paket Gelierzucker (2:1) vermischen und nach Packungsanweisung kochen. Ich gebe meist noch einen kleinen Schuss Limettensaft dazu. In ausgekochte Gläser abfüllen und fertig.

#50 books Challenge

Auch gelesen hab‘ ich im letzten Monat nicht so richtig viel, iegendwie fehlte mir die Muße.
Bin aber immerhin bei Buch Nr. 43 angelangt, und auch in der Challenge geht’s jetzt also in den Endspurt. Nehme deswegen gerne noch Lese-Tipps an. Wenn Ihr also ein gutes Buch empfehlen könnt, immer her damit!

Achja, und Kerzendrehen ist wohl der neue heiße Scheiß auf Instagram, hab‘ ich mir sagen lassen. Also so etwas wie das neue Brotbacken.
Da das bei mir ja auch nicht geklappt hat, überleg‘ ich ob ich das mit den Kerzen nicht vielleicht auch gleich lasse. Obwohl ich’s eigentlich ganz hübsch finde… Oder doch lieber Kerzen Färben?

Aber ich brauch‘ ja auch noch Ziele für den November,
Zeit für Indoor-Beschäftigung werden wir wohl zu Genüge haben.
Womit wir auch schon beim Ausblick wären:

Ausblick: hallo November…

„Hallo November, eigentlich kannste Dich auch gleich wieder vom Acker machen und nimm‘ bitte bitte den Corona-Scheiß gleich mit…“
Jetzt mal im Ernst: Der November ist eh nicht mein Freund, meist vergeht er aber mit diesem ganzen Vorweihnachtstrallafitti so schnell, dass mir gar nicht soviel Zeit bleibt, ihn so RICHTIG blöd zu finden.

In diesem Jahr fallen aber gleich einige nette Sachen aus. Was es, wie ich finde noch ein bisschen schwieriger macht, positiv zu bleiben.
Allen voran unser Mädelswochenende auf Sylt, das wir schon vom März verschoben haben.
Aber genug geheult. Mund abputzen und weiter geht’s. Vielleicht gibt’s in diesem Jahr dafür mal richtige Weihnachtspost. Selbstgebackene Plätzchen, bis wir platzen und Selbstgestricktes & Gebasteltes für jeden.

Ach nee, ein bisschen was kaufen müssen wir ja auch, damit die Wirtschaft nicht komplett den Bach runtergeht. Und nur selber kochen ist auch nicht, denn auch unsere Lieblingsrestaurants sind drauf angewiesen, uns im Lockdown wenigstens außer Haus weiter zu bedienen.
Hach, man kann schon verdammt viel falsch machen in diesen Zeiten und ich merke, dass die nächsten Wochen vielleicht doch einen ausgeklügelteren Plan brauchen als zunächst gedacht.

Wir werden sehen.

Und irgendwann werden wir lachend auf die Coronzeit zurückblicken und uns sagen „was waren das für verrückte 14 Jahre.“

Schwarzen Humor kann ich übrigens.
Und in diesem Sinne wünsche ich Euch einen einigermaßen passablen November, alles andere wäre angesichts der Situation glaub‘ ich vermessen.
Macht das Beste aus der Situation, verliert vor allem Eure gute Laune nicht (und wenn doch, ist es auch ok. Bei mir darf man sich IMMER ausheulen!) und versucht es Euch, so kuschelig wie möglich zu machen.

Passt auf Euch auf und bleibt vor allem eins, nämlich gesund,

Eure Britta

2 Kommentare bei „Oh,Oktober: (m)ein Monatsrückblick“

  1. Och, Süße, lass Dich mal ganz lieb virtuell in den Arm nehmen!
    Als es mir im Frühjahr coronabedingt schlecht ging, hat mir jemand immer und immer wieder ins Kreuz getreten. Hatte ich gerade von diesem Menschen nicht erwartet. In Krisen wie dieser trennt sich bei Freunden und Bekannten die Spreu vom Weizen. Was kann man da noch von Internet-Bekannten erwarten??? Das ist auch ein Grund, warum ich an Social Media nicht aktiv teilnehme.
    So, ich starte jetzt meinen Weihnachtsstollen. Das ist was Reelles.
    Bleib gesund,
    liebe Grüße
    Bee

  2. Schmeiß den Heizstrahler an, ich komm!
    Und ich freue mich ehrlich wie verrückt über das Buch. Wenn der Kiefer verheilt ist wird gekocht!
    Alles Liebe vom Deich
    Claudia

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