So is(s)t Georgien: gerösteter Blumenkohl mit Walnusssauce

Du möchtest die georgische Küche kennenlernen? Dann probiere unbedingt diesen gerösteten Blumenkohl mit Walnusssauce!

Mal eben schnell die Hände hoch, wer die georgische Küche kennt.
Für mich war es definitiv eine der fantastischsten geschmacklichen Neuentdeckungen der letzten Jahre und ich befinde mich jedesmal aufs Neue im absoluten Foodhimmel. Europäische, orientalische und asiatische Einflüsse kommen hier zusammen und völlig zu Recht gilt die georgische Küche als eine der ältesten und abwechslungsreichsten Küchen der Welt. Grund genug, sich damit mal zu beschäftigen, findet Ihr nicht?

So lernst Du die georgische Küche kennen:

Aber wie lernt man die georgische Küche denn nun am Besten kennen? Ich gebe zu, man stolpert hier in unseren Breiten ja nicht tagtäglich drüber und ich schlage deshalb folgende Varianten vor:

Variante 1: Du reist ins Land und hast das Glück, von einer wahnsinnig netten georgischen Familie direkt zu einer traditionellen Supra eingeladen zu werden. Herzlichen Glückwunsch, damit hast Du dann wahrscheinlich den „Supra“-Jackpot gezogen und kannst Dich sehr glücklich schätzen.

Variante 2: Die wahnsinnig nette georgische Familie wohnt in deiner Nachbarschaft und lädt Dich ein. Auch nicht schlecht, und vielleicht kannst Du sogar ein paar traditionelle Rezepte aufschnappen

Variante 3: Du freust Dich wie Bolle, dass ein georgisches Restaurant in deiner Nähe aufmacht und probierst Dich in regelmäßigen Abständen genussvoll durch die Karte. Das war mein Weg- und meine erste Berührung mit der georgischen Küche. Das Tolle: sie ist jederzeit wiederholbar und deswegen bin ich immer wieder sehr gerne Gast im Restaurant Medea in Kiel.
(an alle, die in der Umgebung wohnen: ein Besuch kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen!!!)

Und last but not least, Variante 4: Du probierst Dich einfach selber aus und startest dein georgisches Küchenabenteuer zum Beispiel mit dem hier folgenden Gericht.

Supra: die traditionelle georgische Festtafel

Ein wichtiger Bestandteil der georgischen Kultur ist die sogenannte Supra, ein Festessen, bei dem sich Großfamilie, Freunde und Nachbarn versammeln und alles auf den Tisch kommt, was die Küche so hergibt.
Ähnlich der orientalischen Mezze oder der spanischen Tapastradition gibt es auch bei wichtigen Anlässen keine Tellergerichte, sondern jeder bedient sich von allem und nimmt, was er mag. Fleisch, Fisch und viel Gemüse – alles wird frisch und vorzugsweise aus regionalen Zutaten zubereitet, und kommt auf den Tisch, wenn’s fertig ist. So eine Supra kann sich dann aber auch schon mal ein paar Stündchen hinziehen, aber dazwischen wird dann halt Geselligkeit zelebriert.
Für jemanden, der sich im Restaurant schlecht entscheiden kann (ich, immer!), die perfekte Essensform – wann sonst kann man schon mal eine Vielzahl an Gerichten auf einen Schlag probieren? Und sich vielleicht auch mal an Dinge trauen, die man sonst nicht unbedingt bestellen würde?

So isst Georgien: gerösteter Blumenkohl mit Walnusssauce.

Eins meiner Lieblingsgerichte, das wirklich IMMER auf meinem Bestellzettel landet, ist Blumenkohl. Geröstet und mit einer köstlichen Sauce aus Walnüssen. Der Blumenkohl knackig, die Sauce nussig, genau richtig sämig, würzig und einfach nur lecker.
Und da Blumenkohl eins meiner absoluten Lieblingsgemüse ist und sowieso häufig bei uns auf dem Speiseplan landet, hab‘ ich mal ein bisschen rumprobiert und herausgekommen ist diese Variante. Georgische Küche für zuhause: einfach und lecker. Ich bin mit dem Ergebnis jedenfalls sehr zufrieden (meine Testesser offensichtlich auch, zumindest war der Teller ratzfatz leer) und deswegen gibt’s das Rezept für Blumenkohl mit Walnusssauce jetzt hier auch für Euch:

einfach und lecker: gerösteter Blumenkohl mit Walnusssauce. Schmeckt (fast) wie in Georgien!

Gerösteter Blumenkohl mit Walnusssauce – so einfach geht’s:

Die Zubereitung ist wirklich einfach, und die Zutaten bekommt Ihr auch (fast) alle im Supermarkt. Einziger Knackpunkt: die für Georgien typische Würzmischung mit Namen Chmeli Suheli.
Man kann sie zwar fertig kaufen (evtl. im russischen Supermarkt gucken, falls es bei Euch einen gibt) oder auch im Internet bestellen (hier), bei mir musste es aber mal wieder schnell gehen und deswegen hab‘ ich es mir einfach selber schnell zusammengemixt.

Chmeli Suheli: schnell selber zusammengemixt

Chmeli Suheli-Kräutermischung schnell selber herstellen:

Wenn auch nicht das fertige Gewürz, zumindest die einzelnen Komponenten sind nämlich fast alle im Supermarkt um die Ecke erhältlich bzw. stehen bereits in eurem Gewürzregal. Für Chmeli Suheli einfach die folgenden Zutaten zu gleichen Teilen miteinander vermischen und im Mörser fein zerreiben bzw. zerstoßen:

  • Koriander gemahlen
  • Dillspitzen
  • Estragon
  • Basilikum
  • Bohnenkraut
  • Majoran
  • Lorbeerblatt
  • Bockshornklee
  • eine Spur Safran

Die fertige Gewürzmischung könnt Ihr prima im Glas aufheben, sie ist typische Zutat für georgische Saucen und passt somit zu einer Vielzahl von Speisen. Und wer weiß, vielleicht habt Ihr jetzt ja Blut geleckt, dann braucht ihr die Würzmischung sicher häufiger.

gerösteter Blumenkohl mit Walnusssauce georgische Art

So, nach dem kleinen Gewürz-Exkurs jetzt aber wirklich zum Rezept:

Blumenkohl mit Walnusssauce – das braucht Ihr:

  • 200g Walnusskerne
  • ca. 100ml Mineralwasser (mit Kohlensäure)
  • 2 Knoblauchzehen (gerne auch mehr, wenn Ihr mögt)
  • 1 TL Chmeli Suheli
  • 1TL Weißweinessig
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Scheibe Weißbrot vom Vortag
  • 1 Kopf Blumenkohl
  • eine Handvoll Granatapfelkerne und frischer Koriander als Topping

Blumenkohl mit Walnusssauce – so wird’s gemacht:

  1. Ofen auf 200 Grad vorheizen (Umluft)
  2. Blumenkohl waschen und in Röschen teilen. Die Röschen auf einem Backblech verteilen, mit 2 EL Olivenöl mischen salzen und ca. 30 Minuten im Ofen backen.
  3. Die Walnusskerne fein hacken und soviel Mineralwasser zugeben, dass sie knapp bedeckt sind und ca. 15 Minuten stehen lassen.
  4. Das Weißbrot entrinden und ebenfalls einweichen.
  5. Die Nusspaste mit dem gehackten Knoblauch, dem gut ausgedrückten Weißbrot und dem Essig pürieren, so dass eine sämige Paste entsteht (ich hab’s mit dem Pürierstab gemacht, bestimmt gibt’s aber auch eine andere Maschine, die das kann). Mit Salz, Pfeffer und dem vorbereiteten Chmeli Suheli abschmecken.
  6. Den fertigen Blumenkohl auf einer Platte oder einem Teller anrichten, die Walnussauce dazugeben und mit frischem Koriander und ein paar Granatapfelkernen toppen.
  7. Fertig!

Wer keinen frischen Koriander mag (ich weiß, an Koriander scheiden sich gerne mal die Geister. Entweder man liebt, oder man hasst ihn!), nimmt einfach glatte Petersilie, und statt Granatapfelkernen sehen zum Beispiel auch rosa Pfefferbeeren sehr hübsch aus. Da dürft Ihr gerne ein wenig experimentieren.

Blumenkohl mit Walnusssauce kommt bei uns gerne als Beilage auf den Tisch. Zum Grillen, oder auch als sättigende Beilage zu einem Salat. Mit frischem Baguette, ein paar Crackern und/oder Oliven wird aber auch ein prima Snack zum Wein daraus.
Ansonsten passt die Walnusssauce auch als Füllung für z. B. Auberginenröllchen, zu traditionellen georgischen Fleischgerichten (Huhn mit Walnusssauce) oder aber einfach als Dip.

Walnusssauce georgische Art passt zu einer Vielzahl von Gerichten

Einziger Wermutstropfen (wenn man es denn überhaupt so nennen will):
die georgische Küche ist stark knobilastig, was ich persönlich superlecker finde. Aber das sollte man aushalten können, und für die nächsten 1-2 Tage auch von toleranten Menschen umgeben sein. Die obige Variante ist deswegen etwas abgeschwächt. Wer viel Knoblauch mag, darf die Menge natürlich gerne erhöhen…
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Post ein wenig inspirieren. Solltet Ihr Euch auch an das Abenteuer georgische Küche wagen, seid mutig. Fragt im Restaurant, lasst Euch Gerichte vorschlagen und probiert Euch durch die Karte. Oder ihr startet einfach mit dem Blumenkohl. Und/oder der Walnusssauce, die sich wie gesagt auch für eine Vielzahl anderer Gerichte eignet.

In diesem Sinne: Gaamos – guten Appetit!

bis zum nächsten Mal und habt’s hübsch,

Eure Britta

P.S: Ihr habt jetzt Lust auf weitere Rezepte aus der Rubrik „Fernwehküche“? wie wäre es denn zum Beispiel mit einer echten schwedischen Sommersuppe mit Lachs?

4 Kommentare bei „So is(s)t Georgien: gerösteter Blumenkohl mit Walnusssauce“

  1. Hallo liebe Britta,
    wieder ein Rezept und diesmal exotisch mit einheimischem Gemüse. Das hätte ich diesem eher bieder und unscheinbar in der deutschem Küche daherkommenden Kohl gar nicht zugetraut! Danke für den Blick über den „Tellerrand“.
    Liebe Grüße
    Bee

    1. sehr gerne 🙂 Bei uns erlebt er grad sein Revival, der gute alte Blumenkohl! glg von Britta

  2. Hach, das klingt ja köstlich! Ich bin auch ein totaler Fan vom Medea, habe aber selbst noch gar nicht georgisch gekocht. Danke für das Rezept!
    Liebe Grüße Svenja

    1. Das IST köstlich! Musst Du mal probieren, schmeckt fast wie im Medea… glg von Britta

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