Pfingsthygge in Dänemark

 

Mit das schönste am Bullifahren ist ja, dass er (fast) immer abfahrbereit vor der Tür steht und so langsam auch die nötigste Grundausstattung an Lieblingsgeschirr, Kuscheldecken und -kissen (ich gebe zu, über das Wort ’nötig‘ wird hier manchmal noch diskutiert. Versteh‘ ich gar nicht. Gibt es etwa irgendjemanden, der OHNE seine Lieblingswolldecke in den Urlaub fährt???)  an Bord ist.

(eine ausführlichere Auflistung meiner Bulli-Essentials findet ihr übrigens hier)

Und bei den Wetterausichten für Pfingsten war ein Bullitrip natürlich beschlossene Sache und wer mir auf Instagram folgt, hat ja auch schon ein paar Eindrücke von unser Tour bekommen.

Also nur schnell 1-2 Schlüppis und ’ne Flasche Wein in die Tasche geworfen (ok, das ist jetzt gelogen. Ich packe dann vorsichtshalber doch lieber noch 2-3 Paar Schuhe und mindestens 2 Strickjacken extra ein, weil man weiss ja nie…, aber psssst!), gucken was der Kühlschrank noch so hergibt, den Hund eingeladen und ab dafür.

Blöd nur, wenn man sich dann spontan für Dänemark entscheidet, der Impfausweis für den Hund aber plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, und einem, wenn man ihn dann schlussendlich gefunden hat, siedend heiß einfällt, dass ja die letzte Impfung noch gar nicht eingetragen ist, weil der Ausweis da ja auch schon nicht auffindbar war…
Also auch noch schnell beim Tierarzt vorbei, beim Lieblingsdealer noch ein bisschen Antipasti fürs abendliche Picknick gebunkert und los.
Herrlich, endlich wieder on the road, einfach ins Blaue hinein und unterwegs zu entscheiden, wo man denn eigentlich hinwill.
Schon das Bullifahren an sich lässt einen ja in so einen leichten Urlaubsmodus verfallen, der stellt sich bei mir sonst aber spätestens dann ein, wenn man die dänische Grenze passiert.
Überall flattert der Dannebrog lustig in der Abendsonne, Rapsfelder ziehen an einem vorbei, an jeder zweiten Strassenecke gibt’s entweder Erdbeeren oder Loppis und alles ist eben einfach hyggelig.

Unser erstes Etappenziel war  Fünen und wir haben auch auf Anhieb einen sehr netten kleinen Campingplatz am Wasser gefunden. Ausser ein paar Dauercampern war dort trotz Pfingsten und Granatenwetter erstaunlich wenig los und wir hatten einen Stellplatz ungefähr in Fussballfeldgröße komplett für uns alleine. Geht schlechter.

Und diesen Blick beim Frühstück am nächsten Morgen gab’s übrigens on top…

Danach ging’s gemütlich weiter, immer im Cruisingmodus über Landstrassen und die Beltbrücke nach Seeland. Diesmal war unser Ziel Graesten und ein grosses Veteranentreffen inkl. Oldtimercamping. Auch ’ne Erfahrung, ich sag’s Euch, aber dazu gibt’s vielleicht nochmal einen Extrapost, wenn Ihr wollt.

Und wen es zufällig mal nach Roskilde verschlägt, der sollte UNBEDINGT einen Einkehrschwung im Handwerksmuseum einplanen, dort gibt es nämlich ein extrem entzückendes Café im Hof mit freilaufenden Hühnern und einem Hahn. Wie ’ne kleine Zeitreise…

Unsere Rücktour hatten wir zwar eigentlich über Kopenhagen und den Strandvej geplant, haben uns dann aber spontan für die andere Küstenseite entschieden.
Was für ein Glück, kann ich nur sagen, denn das war tatsächlich mein Highlight auf unserer Tour !
Unseren ersten Stop haben wir dann auch gleich in Tisvildeleje beim „Helene Kilde Badehotel“ eingelegt und hatten das Riesenglück, daß dort eine Hochzeitsgesellschaft erwartet wurde und wir bis dahin das (leere) Hotel und die wunderschönen Aussenanlagen ganz in Ruhe erkunden konnten.

Ein Traum sage ich Euch!
Kennt Ihr das? Habt Ihr auch so Orte, die ihr aus dem Internet kennt, über die vielleicht mal jemand was gepostet hat, und von denen Ihr wisst, DA möchte ich unbedingt mal hin?
Ich jedenfalls eine ganze Reihe, und dies Hotel gehörte auch dazu:

Und das völlig zu Recht. Alleine die Lage ist fantastisch: hoch oben auf den Klippen, mit Blick über die blühenden Heckenrosen aufs türkisfarbenene Wasser. Und dazu strahlend blauer Himmel – selbst Rosamunde Pilcher hätte es nicht besser hingekriegt!

Einen kleinen  Abstecher in den Ort haben wir dann auch noch gemacht und ich habe mich -mal wieder-  spontan verliebt.
So viele nette Cafés, Restaurants, kleine Geschäfte, Sommerhäuser und entspannte Ferienstimmung, die Dänen haben’s einfach irgendwie drauf.
Und ich glaub‘ hier MUSS ich unbedingt nochmal hin! Und dann mit mehr Zeit!

In diesem Laden wäre ich übrigens fast schwach geworden:

Sooooo schöne Sachen, aber jetzt mal ehrlich, könnt IHR entspannt shoppen, wenn der Mann im Auto an der nächsten Ecke wartet? Ich nur so semi, deswegen gab’s für  dieses Mal auch einfach mal nix.
Dafür aber einen neuen Punkt auf meiner Bucketlist (wir haben unterwegs übrigens so viele nette Ecken entdeckt, dass es jetzt eine eigene Bucketlist Dänemark gibt. Und falls Ihr noch Tips habt, immer her damit, der Sommer ist ja hoffentlich noch lang…!)

Über Hundested und die kleine Fähre (hab‘ ich eigentlich schon mal erwähnt, daß ich Fähre fahren liiiiebe?) nach Rörvig ging’s dann wieder gen Süden, natürlich nicht, ohne unterwegs noch den einen oder anderen obligatorischen Stop (ich sach‘ nur Pölser…) einzulegen.

Unser Ziel für die Nacht war diesmal der Yachthafen von Middelfart, quasi ‚back to the roots‘.
Denn jeder, der in Kiel segelt, oder mal gesegelt ist, kennt die Häfen der dänischen Südsee wahrscheinlich so gut wie seine eigene Westentasche.
Und da die meisten Marinas auch immer WoMo-Stellplätze anbieten und die Stimmung in den Häfen einfach immer etwas ganz Besonderes ist, stehen wir hier sehr gerne.

So schön es war, so schnell sind dann aber auch 3,5  Tage Pfingsten wieder vorbei und den allabendlichen Sundowner gabs Montag dann schon wieder auf der heimischen Terrasse.
Mit vielen schönen Erlebnissen und Eindrücken im Herzen und einer langen Liste für kommende Trips im Kopf…

Aber so wie sich das Wetter momentan präsentiert- und ich mag mir auch gar nicht vorstellen, dass sich das bis September überhaupt nochmal ändern könnte- gibt’s bestimmt bald mal wieder den einen oder anderen Kurztrip nach Dänemark  (hab‘ ja auch noch ein Date mit HOT in Tisvildeleje offen, Ihr erinnert Euch…), also stay tuned!

bis dahin, habt alle ein Spitzen-Wochenende und genießt den Sommer!

hejhej von der Förde,

Britta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare bei „Pfingsthygge in Dänemark“

  1. Wieder ein schöner Bericht, Britta! 😀
    Das HOT in Tisvildeleije hab ich wohl übersehen. Da muss ich dann wohl auch mal wieder hin 🙈.
    LG Silke

    1. Ja, musst Du dann wohl. War richtig toll, und hat auch ein kleines Café auf dem Hof… Aber die ganze Ecke war so, dass ich da unbedingt nochmal hin möchte! Wir sollten vielleicht mal einen kleinen Dänemark-Führer erstellen 🙂

  2. Moin!
    Hach, wenn ich den Post so lese möchte ich sofort los! Ist es nicht faszinierend, was für wunderschöne Ecken es überall zu entdecken gibt? Und mit Bus geht es echt am besten finde ich.
    Herrlich, dass ich nicht die einzige bin, die den Hundeausweis verschusselt oder die Impfung nachtragen muss… Auf jeden Fall ist der Hund dank der ganzen Trips immer regelmässig geimpft
    Und natürlich muss man eine schöne Ausstattung mit sich führen. Das ist ja wohl logisch! Und auch immer mal unterwegs das eine oder andere Souvenir mitnehmen. Das die wilden Kerle das aber auch nicht verstehen… da hilft nur eine gemeinsame Frauentour 😉 Britta!
    Liebste Grüße vom Deich
    Claudia

    1. Ich könnte auch sofort wieder los! Das Wetter ist aber auch zu verlockend & gestern haben wir wenigstens am Strand gepicknickt… Freue mich auf jeden Fall schon riesig auf unseren Schweden-Trip!!! Und da muss bestimmt auch wieder das eine oder andere mit, geht ja wohl gar nicht ohne. Und meine in Dänemark ertrödelte KIste hat auch gleich ihre Einsatzmöglichkeit im Bus bekommen 🙂
      Und der Ausweis war übrigens gar nicht weg: er lag da, wo wir ihn eigentlich auch vermuteten. Ich hab‘ nur nicht ordentlich geguckt. Noch dämlicher…
      hab einen schönen Abend, und liebste Grüsse auf den Deich (Euer Arbeitsplatz sah übrigens grandios aus! Solltet Ihr als Co-Working-Space anbieten, ich würde schonmal kommen…!), von Britta

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